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27.04.2010 - 20.07 Uhr
Hüttenberger Hallenbad soll für zehn Wochen geschlossen werden
Hüttenberg (agl/pm). Für zehn Wochen soll das Hüttenberger Hallenbad in diesem Sommer geschlossen werden - zwei Wochen vor Beginn der Sommerferien, während der Ferien und zwei Wochen danach.
Durch diese vorübergehende Schließung verspricht sich Bürgermeister Dr. Manfred Schmidt Einsparungen von 17 000 bis 18 000 Euro. Als Grund für die zehnwöchige Auszeit für das Schwimmbad nennt Schmidt die angespannte finanzielle Lage der Gemeinde Hüttenberg. Das Vorhaben, das Bad für zehn Wochen zu schließen, trifft nicht nur auf Gegenliebe: Schwimmbadnutzer haben eine Unterschriftenaktion gegen diese Schließung initiiert. Nach Angaben von Dr. Volker Krauhausen, kommissarischer Vorsitzender des Fördervereins für das Hallenbad, dürfte der Stand derzeit bei etwa 1400 Unterschriften liegen.
»Wir sind nicht gegen Sparen«, sagte Krauhausen am Dienstag im Gespräch mit der »Allgemeinen Zeitung« und fügte hinzu: »Es darf nichts außen vor gelassen werden.« Der Fördervereinsvorsitzende kritisierte jedoch, dass die Schließung von oben festgelegt worden sei, ohne dass man die Betroffenen informiert habe. Aber auch an der zehnwöchigen Pause an sich stört sich Krauhausen. In einer Pressemitteilung schreibt er: »Somit haben alle Kinder während der Ferienzeit keine Möglichkeit, das Schwimmbad zu nutzen. Insbesondere ist der kostenlose Besuch des Schwimmbades durch die Ferienpassinhaber und die Teilnahme an Ferienpassaktionen im Schwimmbad somit nicht mehr möglich - dies stellt eine massive Abwertung des Ferienpasses dar. Alle geplanten Ferienpassaktionen der Nutzergruppen sind hinfällig. Viele Stunden ehrenamtliche Vorbereitung und Planung sind umsonst gewesen.«
Besonderes Unverständnis erzeuge die Schließung aus wirtschaftlichen Gründen in den Sommermonaten, da in dieser Jahreszeit der Energiebedarf am geringsten sei. »Gerade das Hüttenberger Hallenbad als ›Allwetter-Bad‹ (Liegewiese und Spielgeräte sind vorhanden) ist auch im Sommer immer sehr gut besucht. Eine Schließung aus Energie- und Kostengründen wäre in der kalten Jahreszeit sicherlich effektiver (geringere Besucherzahlen und höhere Energiekosten). Daher handelt es sich um eine betriebswirtschaftlich fragliche Entscheidung.« Es habe sich gezeigt, dass es in den Sommermonaten die höchsten Besucherzahlen des Jahres gebe, erläuterte Krauhausen im AZ-Gespräch. In den kürzeren Ferien seien die Zahlen niedriger. Wenn nun das Bad in solchen eigentlichen Hoch-Zeiten geschlossen werde, könne man stärker argumentieren, dass sich diese Freizeiteinrichtung nicht mehr rechne, da eben auch die Zahlen schlechter ausfallen, befürchtet Krauhausen. Er sieht die Gefahr einer möglichen Schließung. Der Förderverein spreche sich für eine transparente Abrechnung bezüglich des Hallenbades aus. Krauhausen sieht durch die geplante Schließung für zehn Wochen viele Aktivitäten in Mitleidenschaft gezogen: »Zu nennen sind hier als Leidtragende neben den regulären Vereinstätigkeiten z.B. Schwimmausbildung, Wasserrettung und die Schulkinder.«
Bezüglich der Ferienpassaktion in diesem Jahr sei es eventuell möglich, dass die Kinder das Lindener Freibad nutzen können, sagte Bürgermeister Dr. Schmidt der »Allgemeinen Zeitung«. Personal des Hüttenberger Hallenbades könnte zudem möglicherweise während der Schließungszeit in diesem Sommer im Lindener Bad arbeiten - oder im Bauhof. Er verstehe, dass sich Menschen gegen diese zehnwöchige Schließung aussprechen, doch »diese Zwänge sind nicht von der Hand zu weisen«, sagte er im Hinblick auf die finanzielle Lage. Schmidt sagte zudem: »Ich freue mich über die Unterschriftenliste.« Er sehe sie als mögliche Basis für einen Trägerverein, denn darin sieht der Bürgermeister ein Instrument, um das Hüttenberger Hallenbad zu stärken. Die Option einer Gründung eines Trägervereins betrachtet Krauhausen hingegen skeptisch, denn dies sei effektiv, wenn der Verein deutlich mehr als 1000 Mitglieder habe, doch daran hat Krauhausen seine Zweifel. Er sieht eher umfangreiche Einsparungsmöglichkeiten durch eine neue Heizungsanlage.
Zum Thema Hallenbad findet heute um 20 Uhr eine Podiumsdiskussion in den »Hüttenberger Bürgerstuben« statt. Der Förderverein hat zudem am Donnerstag, 20. Mai, um 20 Uhr im Bürgerhaus Hüttenberg eine außerordentliche Jahreshauptversammlung, zu der neben den Mitgliedern des Vereins auch weitere Interessierte eingeladen sind.