Hüttenberg (ür). Aus einem Haus in der Christiane-Vulpius-Straße in Volpertshausen dringt dichter Qualm. Kurze Zeit später fliegt ein verkohlter Kuchen durchs Fenster. Trotz des starken Rauches rückt die Freiwillige Feuerwehr nicht aus, die genau gegenüber ihr Gerätehaus hat. Das Feuer ist nicht echt.
Auf dem Hüttenberg - konkret in Volpertshausen - verfilmt der Evangeliumsrundfunk Wetzlar die aus der Feder von Harry Voss stammenden Abenteuer des »Findelkindes« Schlunz. (Foto: ür)
»Wir benutzen Rauchpulver« erklärt Mike Appel. Die Szene gehört zu einer Kinder-Comedy-Action-Serie, die ERF Medien (Evangeliumsrundfunk Wetzlar) während der Sommerferien dreht. Unter Leitung des österreichischen Regisseurs Rainer Hackstock entstehen fünf Folgen für die Reihe »Der Schlunz«.
In der Serie entdeckt die christlich geprägte Familie Schmidtsteiner während eines Picknicks ein verwahrlostes, verwirrtes und einsames Kind. Der Junge hat sein Gedächtnis verloren, er kann sich lediglich daran erinnern, Schlunz genannt worden zu sein. Die Schmidtsteiners nehmen den Schlunz in ihre Familie auf, erleben fortan so manches Abenteuer.
Für Sohn Lukas (10 Jahre, Luca Claar aus Leidenhofen bei Marburg im Ebsdorfer Grund) und Tochter Nele (9 Jahre, Lea Sophie Schmidt) stellt das neue Familienmitglied eine große Herausforderung dar. Weil er den christlichen Lebensstil überhaupt nicht kennt, stellt der Schlunz völlig unbefangen Fragen: über Gott, übers Beten, über die Geschichte vom verlorenen Sohn. Und er lässt sich nicht mit den üblichen Antworten abspeisen.
Im richtigen Leben bewohnen Mario und Julia Szentner mit Tochter Tochter Vivian (9) und Sohn Jarne (5) das Passivhaus, das sie für die Dreharbeiten zur Verfügung gestellt haben. Während dieser drei Wochen ist das Gebäude ganz in den Händen der 30-köpfigen Filmcrew. Die Feuerwehr hat zudem Räume im Gerätehaus zur Verfügung gestellt. Auch alle Innenaufnahmen für die Serie werden in Volpertshausen gedreht, so Appel, der als Aufnahmeleiter arbeitet.
In Volpertshausen wohnt ERF-Vorstand Ulrich Rüsch. Er und seine Frau Gertraude hatten in ihrem Bekanntenkreis nach einem filmtauglichen Haus gesucht. Szentners sagten nach einigem Überlegen zu. Für Tochter Vivian war das ebenfalls kein Problem. Aber Jarne war so schnell nicht zu überzeugen, sein geliebtes Zimmer zu räumen. Erst als Mike Appel ihm von den Festspielen in Elspe einen Indianer-Federschmuck mitgebracht hatte, war auch er gewonnen.
Am Ende musste sogar die Polizei anrücken, weil eine »grüne Minna« gebraucht wurde