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Weiterer effizienter Bausteine für die Energiewende vor Ort

Artikel vom 04.07.2012 - 16.56 Uhr

Weiterer effizienter Bausteine für die Energiewende vor Ort

Heuchelheim (pm). Energieeffizienz und eine kostengünstige sowie klimaschonende Strom- und Wärmeversorgung zählen zu den wichtigsten Kriterien beim Bau eines Wohnhauses. Moderne Heizanlagen mit Brennwerttechnik, Mini-Blockheizkraftwerke und Solarthermie kommen immer häufiger zum Einsatz.

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Neue Stadtwerke-Heizzentrale in Heuchelheim: (von links) Bürgermeister Lars Burkhard Steinz, Projektleiter Willi Scharz (SWG), Matthias Funk (SWG-Leiter Wärmeversorgung), SWG-Vorstand Technik Reinhard Paul. (Foto: pm)
Es besteht zudem die Möglichkeit, die Wärmeversorgung eines kompletten Neubaugebiets von Beginn an auf eine hohe Effizienz auszulegen – so wie im Neubaugebiet auf der Bölz in Heuchelheim. Dort haben die Stadtwerke Gießen ein Nahwärmenetz und eine Heizzentrale geplant und gemeinsam mit Handwerksbetrieben aus der Region installiert. Am Dienstag wurde die Anlage in Betrieb genommen.

Bürgermeister Lars Burkhard Steinz erläutert, warum sich die Gemeinde für dieses Konzept entschieden hat: »Energiewende und Klimaschutz gehören zu den großen Gemeinschaftsprojekten hierzulande, bei denen die Kommunen eine wichtige Rolle spielen. Dabei wollen wir Verantwortung übernehmen. Für die Partnerschaft mit den Stadtwerken haben wir uns entschieden, weil wir mit einem Experten kooperieren wollen, der uns direkt unterstützt und mit hier ansässigen Handwerksbetrieben zusammenarbeitet. Denn das ist ein entscheidendes Plus für die regionale Wertschöpfung.«

Im Endausbau sollen mehr als 100 Grundstücke im Neubaugebiet über das fast 900 Meter lange Nahwärmenetz mit Wärme aus dem hocheffizienten Blockheizkraftwerk versorgt werden. Wenn die thermische Leistung von rund 100 Kilowatt zu Spitzenlastzeiten – etwa während der Morgenstunden im Winter – nicht ausreicht, speist ein zusätzlicher Heizkessel mit einer Leistung von 300 kW Wärme ein. »Das genügt für die erste Ausbaustufe im Baugebiet ›Auf der Bölz». Wenn im Laufe der Zeit immer mehr Häuser hinzukommen werden, dann können wir noch einen weiteren Spitzenlastkessel nachrüsten. Außerdem haben wir das Netz so ausgelegt, dass die Möglichkeit besteht, andere Erzeuger einzubinden«, erklärt SWG-Projektleiter Willi Schwarz.

Seit Juni ist das Blockheizkraftwerk betriebsbereit, auf allen Grundstücken liegt ein Anschluss. »Die ersten Wohngebäude stehen nun, es fehlen nur noch die Verbindungen in die Häuser hinein. Einige Anträge für den Anschluss ans Nahwärmenetz und einen Wärmelieferungsvertrag liegen uns vor; wenn die Familien in diesem Jahr einziehen, kann es losgehen«, versichert Schwarz. Nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung wird das BHKW dann zusätzlich zur Wärme Strom erzeugen und ins öffentliche Netz einspeisen. 50 kW beträgt die elektrische Leistung der Anlage, die dazu beiträgt, die dezentrale Stromproduktion in der Umgebung von Gießen weiter zu erhöhen.

»Energiewende bedeutet auch: Weg von großen Kraftwerken, hin zu mehr kleinen Anlagen«, betont Matthias Funk, Leiter der Wärmeversorgung bei den Stadtwerken: »Nach den Plänen der Bundesregierung sollen KWK-Anlagen 2020 rund 25 Prozent des Strombedarfs in Deutschland decken. Wir verfolgen also seit Jahren die richtige Strategie in Gießen, indem wir unser Fernwärmenetz ausbauen und immer mehr KWK-Anlagen installieren. Das Beispiel Heuchelheim zeigt, dass sich dieses Konzept auch in kleineren Dimensionen umsetzen lässt. Aufgrund unserer Erfahrungen können wir Kommunen dabei unterstützen, wenn sie den gleichen Ansatz verfolgen.«

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Artikel vom 04.07.2012 - 16.56 Uhr
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