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Volksbank Heuchelheim: Bekenntnis zur Selbstständigkeit

Artikel vom 30.06.2010 - 12.00 Uhr

Volksbank Heuchelheim: Bekenntnis zur Selbstständigkeit

Heuchelheim (sel). Letztmalig nach 34 Vertreterversammlungen in ununterbrochener Folge legte Erwin Failing als Vorsitzender des Vorstandes der Volksbank Heuchelheim einen Geschäftsbericht vor. Und nutzte die Versammlung zu einer Positionsbestimmung für die Zukunft der Bank, die ihre Selbstständigkeit in der Region wahren wird: »Die Volksbank Heuchelheim hat keine Fusionsgespräche geführt«.
Aufsichtsratsvorsitzender Volker Kreiling (Mitte) mit dem ausgeschiedenen Mitglied Gerhard Volin (links) und dessen  Nachfolger
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Aufsichtsratsvorsitzender Volker Kreiling (Mitte) mit dem ausgeschiedenen Mitglied Gerhard Volin (links) und dessen Nachfolger Manfred Bender. (Foto: sel)
Es sei nicht zuletzt angesichts der Geschäftsergebnisse, »aber auch aus grundsätzlichen Erwägungen ... heraus klar, dass die Volksbank Heuchelheim ein heimischer, selbstständiger und gesunder Finanzdienstleister« sei und es auch bleiben werde. Daran werde sich durch sein Ausscheiden aus der Führungsverantwortung nichts ändern, so Erwin Failing. Seine beiden Vorstandskollegen Udo Wrackmeyer und Rainer Schäfer-Prößer, die die Volksbank seit 15 Jahren mit Failing leiteten, seien »exakt der gleichen Ansicht«. Sie schultern die Verantwortung künftig zu zweit.

Und fast 300 Vertreter billigten namens der knapp 10 000 Mitglieder - und damit Eigentümer - der Volksbank Heuchelheim einstimmig die Bilanzen des Geschäftsjahres 2009, entlasteten Vorstand und Aufsichtsrat und beschlossen - alles einstimmig - über den Verwendungszweck des Bilanzgewinnes von 472 000 Euro, der, abzüglich einer siebenprozentigen Dividende für die Anteilseigner, in Rücklagen fließt. Und damit auch in das Eigenkapital der Volksbank Heuchelheim, das, um 80 .000 Euro angewachsen, nun bei 29,2 Millionen Euro oder acht Prozent der Bilanzsumme und somit wiederum über dem Durchschnitt vergleichbarer Kreditinstitute liegt. Die Vertreterversammlung in der Turnhalle wurde vom Aufsichtsratsvorsitzenden Volker Kreiling geleitet.

Erwin Failing beschäftigte sich in seinem Bericht mit den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, in denen auch die Volksbank Heuchelheim agieren müsse. Trotz der mit minus fünf Prozent schwersten Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik habe sich die Volksbank Heuchelheim auch im schwierigen Umfeld des Jahres 2009 positiv entwickelt. »Gerade in Zeiten der Krise haben sich das solide Wirtschaften und ein eher konservatives Geschäftsmodell als hervorragender Stabilisator bewährt«, stelle Failing fest. Und dies ohne Inanspruchnahme staatlicher Hilfen, wie sie in anderen Bankengruppen zur Existenzsicherung nötig waren. Deshalb übte Failing auch deutliche Kritik an der geplanten Banken-Abgabe, die regional tätige Volks- und Raiffeisenbanken in gleicher Weise belasten soll wie die eigentlichen Verursacher der Bankenkrise. Eine derart undifferenzierte Vorgehensweise gefährde letztlich das solide Geschäftsmodell regionaler Banken. Allerdings ließ auch Failing offen, ob eine weltweite Lösung dieses Problems komme und, wen ja, wie sie dann aussehen könnte.

Vorstandsmitglied Rainer Schäfer-Prößer legte die Zahlen der Voba Heuchelheim vor. Das von der Bank betreute Kundenvolumen - sprich Einlagen, Kredite und das in den genossenschaftlichen Finanzverbund vermittelte Volumen - konnte 2009 trotz eines intensiven Wettbewerbs um 3,2 Prozent auf 714 Millionen Euro ausgeweitet werden. Die Bilanzsumme erhöhte sich auf mehr als 371 Millionen Euro. Nach einigen Jahren der Stagnation konnte auch das Kreditvolumen wieder ausgeweitet werden, nämlich um 3,25 Prozent auf insgesamt 253 Millionen Euro. Zugleich übersteigt das um drei Prozent auf 461 Millionen Euro angewachsene Anlagevolumen die Ausleihe deutlich und bildet somit die solide Basis der Bank.

Die turnusgemäß aus dem Aufsichtsrat ausscheidenden Mitglieder Edgar Brück (Hohenahr), Karl-Ludwig Büdenbender (Lahnau) und Horst Feierabend (Heuchelheim) wurden für weitere drei Jahre wiedergewählt. Nach 18 Jahren schied Gerhard Volin aus Altersgründen aus dem Gremium aus. Norbert Kempf vom Genossenschaftsverband e.V. zeichnete Volin mit der silbernen Ehrennadel des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes aus. Zu Volins Nachfolger im Aufsichtsrat wählte die Vertreterversammlung einstimmig Manfred Bender aus Heuchelheim und damit einen ebenso prominenten wie kompetenten Fachmann, steht Bender, der »Heuchelheimer Bub«, doch seit drei Jahren als Vorstandsvorsitzender dem börsennotierten und weltweit erfolgreich agierenden Unternehmen Pfeiffer Vacuum mit Sitz in Aßlar vor.

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Artikel vom 30.06.2010 - 12.00 Uhr
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