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Unterwegs auf Spuren der Stadt Lahn

Artikel vom 29.07.2009 - 19.47 Uhr

Unterwegs auf Spuren der Stadt Lahn

Heuchelheim (pm). Der Betriebsausflug der Gemeindebediensteten von Heuchelheim führte zu Fuß durch die Gemarkung und ins Lahnatal: Der Weg führte vom Rathaus entlang der Kanonenbahntrasse über die Bölz und dann über die Platt zum Kindergarten Kinzenbach. Weiter ging es über die Straße Zum Weinberg und den früheren »Judenweg« auf die aussichtsreiche Höhe zwischen Kinzenbach und Atzbach, von wo man nicht nur die Lahnaue, sondern auch weite Teile der vor 30 Jahren aufgelösten Großstadt Lahn erblicken konnte.
Vorbei an der Atzbacher Waldmühle ging es nach Alt-Atzbach, bevor man durch das Naturschutzgebiet Lahnaue in Richtung Dutenhofener Lahnbrücke weiterwanderte. Man sah kurz vor dem ehemaligen Atzbacher Badesee einen Weißstorch, bevor man zwischen den Naturschutzseen Schilflach Ost und Schilflach West über die Lahn kam, auf der man mehrere Paddelboote erblickte. Dann kam man zur Westspitze des Dutenhofener Sees, wo sich vom 1. Januar 1977 bis 31. Juli 1979 die geographische Mitte der Stadt Lahn befand. Man kehrte im Restaurant »Anker« ein und einige Bedienstete sahen sich den Gedenkstein mit Eichbaum beim »Anker« an, der an die Auflösung der Stadt Lahn erinnert.

Zum 1. Januar 1977 war aus den Städten Gießen und Wetzlar sowie früher selbständigen Gemeinden zwischen Wißmar und Steindorf die Stadt Lahn gebildet worden. Sitz des Oberbürgermeisters war in Lahn-Gießen. Auch die Gemeinde Heuchelheim hatte zum 31. Dezember 1976 ihre Selbstständigkeit verloren, Heuchelheim und Kinzenbach wurden Lahn-Stadteile und bildeten den Stadtbezirk Heuchelheim mit eigener Bezirksvertretung unter Vorsitz von Horst Volkmann. - Im Verwaltungsgebäude Linnpfad 30 befand sich die Verwaltungsstelle des Stadtbezirks Heuchelheim, außerdem befand sich dort das Rechnungsprüfungsamt (heute Revisionsamt) der Stadt Lahn. Viele Angelegenheiten wurden jetzt zentral von der Stadtverwaltung in Lahn-Gießen und auch in Lahn-Wetzlar bearbeitet, zum Teil auch Aufgaben, die früher vom Landratsamt Gießen bearbeitet wurden wie Passerteilung, Führerscheinerteilung, Kfz-Zulassungsstelle, Bauaufsicht.

Nachdem sich großer Widerstand gegen die Großstadt geregt hatte und bei der Kommunalwahl 1977 die Parteien, die gegen die Bildung der Großstadt Lahn waren, die Mehrheit im Lahn-Stadtparlament errungen hatten, wurde ab Anfang 1979 auf Landesebene die Auflösung der Stadt Lahn vorbereitet.

Die Gemeinde Heuchelheim entstand in ihren früheren Grenzen ab 1. August 1979 neu. Besonders hart gestritten wurde sich im Vorfeld der Auflösung der Großstadt Lahn zwischen Gießen und Wetzlar um Dutenhofen, wo am See eine Eiche zur Erinnung an die Stadt Lahn gepflanzt wurde. Gießen verlor den Kampf um Dutenhofen und erhielt zusätzlich zum Gebietsstand von Ende 1976 nur Lützellinden, früher Landkreis Wetzlar.

Die Gemeinde Heuchelheim gehörte ab 1. August 1979 wieder zum andkreis Gießen. Kfz-Kennzeichen war wieder GI, statt L. Es wurde vom damals zuständigen Regierungspräsidenten in Darmstadt ein Staatsbeauftragter Gemeindevorstand unter Leitung des Staatsbeauftragen Bürgermeisters Adolf Menges und eine staatsbeauftragte Gemeindevertretung mit 31 Mitgliedern eingesetzt.

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