Heuchelheim (so). Am Dienstag Abend ist der am 7. Juni direkt gewählte Christdemokrat Lars Burkhard Steinz als künftiger Bürgermeister der Gemeinde Heuchelheim formal ins Amt eingeführt und verpflichtet worden. Das Interesse der Bürger war außergewöhnlich groß - die sonst bei Parlamentssitzungen oftmals spärlich besetzten Besucherränge waren gut gefüllt.
Der künftige Bürgermeister Lars Burkhard Steinz (CDU) nahm aus den Händen von Bürgermeister Helmut Fricke (SPD) die Ernennungsurkunde entgegen und legte vor dem Parlament und dessen Vorsitzendem Walter Bepler (SPD) den Amtseid ab (Foto: so)
Steinz hatte sich mit deutlicher Mehrheit der Stimmen gegen die Mitbewerber Peter Prüfer (SPD) und Wolfgang Plüschke (unabhängig) durchgesetzt. Er wird sein Amt Mitte Dezember antreten, wenn Helmut Fricke (SPD) nach zwölf Jahren im Rathaus in den Ruhestand verabschiedet wird. Zu diesem Anlass wird es am 17. Dezember, 18.30 Uhr, eine Sondersitzung der Gemeindevertretung in der Turnhalle geben.
Der neue Bürgermeister erhielt aus den Händen von Helmut Fricke seine Ernennungsurkunde und legte vor dem Parlament und dessen Vorsitzendem Walter Bepler den Amtseid ab.
Einer der ersten Gratulanten war Helmut Fricke, der von einem »schönen, aber auch oft anstrengenden Amt« sprach. Dies, da die kommenden Jahre von »wirtschaftlichen Zwängen geprägt« sein werden. Bei der Arbeit, die Gemeinde Heuchelheim weiter voranzubringen, wünschte er seinem Nachfolger in der Verwaltung am Linnpfad eine glückliche Hand.
In einer launigen Rede umriss Fricke das Wunschbild, dass Bürger von ihrem Bürgermeister haben: Danach soll ein Bürgermeister ein Mensch sein,
- der als Privatrichter nicht nur Streitigkeiten schlichte, sondern auch Bauherren Häuser finanziere und jungen Paaren Wohnungen besorge;
- der allwissend sei wie der große Brockhaus, der sich auskenne in alten und neuen Gesetzen und Verordnungen, der die 2.385 Paragrafen des Bürgerlichen Gesetzbuches ebenso beherrsche, wie das Lastenausgleichsgesetz mit seinen 32 Novellen, der was von Viehzucht und Straßenbau verstehe, vom Fußballspielen und von der Feuerwehr, von Rentenangelegenheiten und von ansteckenden Krankheiten;
- der allgegenwärtig sei wie der Heilige Geist, niemals krank, immer im Rathaus, wenn man zu ihm will, auf der Baustelle, wenn er dort etwas entscheiden müsse, in der Landeshauptstadt, wenn es dort vielleicht Geld gebe, an der Brandstelle, bevor es brennt, am Sonntagvormittag in der Kirche, am Sonntagnachmittag auf dem Sportplatz und am Sonntagabend am Stammtisch, bei jedem Fest und bei jeder öffentlichen Veranstaltung,
- der bei der Arbeit der erste, in der Freizeit der letzte, bei Spenden der Freigiebigste und in seinen Ansprüchen der Bescheidenste sei;
- der in sechs Jahren das aufhole, was in 100 Jahren versäumt wurde: