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17.04.2009 - 22.30 Uhr
Gemeindliche Entwicklung wird unter die Lupe genommen
Heuchelheim (so). Der unvoreingenommene, unverstellte Blick von außen kann hilfreich sein - das weiß man auch in Heuchelheim. Und kooperiert mit Studenten der Projekt- und Regionalplanung der Justus-Liebig-Universität. In den kommenden Monaten werden die angehenden Akademiker unterschiedlichste Aspekte der gemeindlichen Entwicklung unter die Lupe nehmen, Positives wie Problematisches analysieren. Für beide Partner ist es ein Gewinn: Kommunalpolitische Entscheidungsträger profitieren von den Ergebnissen, können diese als wertvolle Handreichung für weitere Entscheidungsfindungen nutzen. Und die Studierenden sammeln auf diese Weise ganz handfeste praktische Erfahrungen.
Es sind allesamt Studierende des Fachbereichs Agrarökonomie, Ökotrophologie und Umweltmanagement, die bereits ihren Bachelor haben und nun bei Prof. Dr. Siegfried Bauer ein Projektstudium Regional- und Umweltplanung absolvieren. Dieses ist ergänzend zur theoretisch-methodischen Grundlagenausbildung eher praxis-orientiert. Am Beispiel von Gemeinden kann dabei versucht werden, ganz reale Probleme zu erkennen, deren Ursachen zu analysieren, etwa Konflikte zwischen Beteiligten und Betroffenen aufzuzeigen und in Folge Lösungsansätze zu entwickeln.
Heuchelheim hatte sich auf Initiative von FDP, FW, KVI und Grünen hin um eine Kooperation beworben. Sie warben dafür, die Nähe zur Universität Gießen und der Fachhochschule Gießen-Friedberg verstärkt zu nutzen, um zum einen die wissenschaftliche Forschung und Arbeit zu unterstützen und zum anderen durch Kooperation von dem Wissenstransfer der Akademiker zu profitieren. Erfahrungen damit hat im vergangenen Jahr bereits Hungen gemacht: Themen des Projektstudiums ebendort waren beispielsweise Ernährungsberatung in Kindertagesstätten oder altersgerechte Stadtentwicklung.
»Für die Gemeinde bietet dies die Chance, sich durchchecken zu lassen«, so Prof. Bauer gestern, als er zusammen mit den Studierenden in Heuchelheim die geplante Arbeit vorstellte. Worin liegen Chancen einer solchen Untersuchung? Viele Probleme seien in der Gemeinde bereits bekannt, manche würden vielleicht neu entdeckt oder aus einer anderen Perspektive betrachtet.
Auch für Heuchelheim liegt bereits eine ganze Reihe von Themenvorschlägen auf dem Tisch: Dazu gehören die demografische Entwicklung und die Siedlungsstruktur ebenso wie Aspekte der Energie-Einsparung und Nutzung von Solarenergie. Unter die Lupe genommen werden könnten auch Freizeiteinrichtungen (Sportstätte und Seen), Naturschutzgebiete oder die künftige Entwicklung des Gewerbeparks Rinn& Cloos. Interesse zeigten die studierenden gestern darüber hinaus an der Entwicklung der Kindergärten mit Ganztagsangeboten und der Betreuung für Kinder unter drei Jahren sowie an Fragen der gemeindenahen Gesundheits-Vorsorge. Nicht zuletzt können Aspekte wie die Situation am Ausbildungsmarkt insbesondere für Hauptschüler lokal aufgearbeitet werden
Bei ihren Untersuchungen werden die Nachwuchs-Akademiker mit der Verwaltung zusammenarbeiten, aber auch Bürger befragen.