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Ein Jahr in Panama: Marie Merkel wird einen ihrer Träume leben

Artikel vom 10.08.2012 - 23.58 Uhr

Ein Jahr in Panama: Marie Merkel wird einen ihrer Träume leben

Heuchelheim (jfi). Fremde Kultur, fremde Sprache, fremde Menschen – Marie Merkel stürzt sich ab September in ihr persönliches Abenteuer. Für ein Jahr reist die junge Heuchelheimerin mit der Austauschorganisation AFS nach Panama, um dort die elfte Klasse zu besuchen. Mit viel Freude sieht sie dem Jahr entgegen.

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Marie Merkel
Wie kommt man auf die Idee, mit 15 Jahren nach Panama zu reisen – und das auch noch ohne tiefere Spanischkenntnisse? Angeregt wurde Marie durch das Beispiel ihrer Nachbarin, die ebenfalls einen Auslandsaufenthalt absolvierte. »Als sie zurückkam, merkte ich, wie positiv sie sich veränderte, vor allem wie selbstständig sie geworden ist. Mir ist bewusst geworden, was für eine Möglichkeit es ist, ein Jahr im Ausland zu verbringen«, sagt Marie.

Ihre Mutter sei von der Idee zunächst nicht begeistert gewesen, erinnert sich die Schülerin. Ihr Vater hingegen habe sie unterstützt, und auch ihre Mutter habe sich mit dem Gedanken angefreundet und stehe jetzt voll hinter ihr und dem Vorhaben. Auch ihre Freunde und ihr Freund seien nicht begeistert gewesen, dass sie so weit weg gehe. Aber sie könnten den Wunsch verstehen, eine fremde Kultur kennenzulernen.

Gründliche Vorbereitung



Die elf Monate wird Marie Merkel komplett in Panama verbringen. Der Entscheidung für dieses Land lag ein Auswahlprozess zugrunde. Die Schülern legte für sich selbst Länder fest, die sie nicht reizen. Von Anfang an war klar, dass sie nicht innerhalb von Europa reisen wollte, auch die USA schieden aus. Über Neuseeland und die Philippinen dachte sie zunächst nach. Eher durch Zufall kam Süd- respektive Mittelamerika in den Blick, denn ihre Nachbarn nahmen einen Austauschschüler aus Venezuela auf. Zuerst präferierte sie Costa Rica, doch da waren alle Plätze belegt. Trotzdem ließ sich Marie auf die Warteliste setzen. Als sie dort nachrückte, hatte sie sich aber schon mit Panama »angefreundet« und sich für dieses Land beworben, so dass sie nicht mehr wechseln wollte. In der Folge nahm Marie an einem Auswahlverfahren teil, zu dem alle Reiselustigen eingeladen wurden. Dort wollten die Verantwortlichen der Austauschorganisation AFS (American Field Service) sehen, sehen, ob die sich bewerbenden Schüler selbstständig genug sind. Als Marie ihre Zusage erhielt, nahm sie an drei Vorbereitungskursen teil. Zwei davon waren mit dem Komitee Gießen, die letzte war eine latein-amerikanische Vorbereitung, an der alle Schüler teilnahmen, die aus dem Umkreis mitfahren. Dort lernte sie viel über Lateinamerika, wie beispielsweise die Tänze, aber auch dass sie offen auf andere Kulturen eingehen solle. Auch ein bisschen Spanisch wurde gesprochen. »In dem Kurs habe ich erfahren, dass die Menschen in Panama konservativer eingestellt sind als in Deutschland. Das merkt man vor allem dann, wenn man sich anschaut, was Jugendliche hier dürfen und was in Panama«, so Marie. Bis Ende August wird sich entscheiden, in welche Stadt sie reist und in welcher Gastfamilie sie leben wird.

Insgesamt werden in diesem Sommer 36 Schüler aus ganz Deutschland nach Panama fliegen. Ob sie mit anderen in einer Stadt lebt oder sogar zur selben Schule geht, ergibt sich noch. Bevor die Reise losgeht, mussten Impfungen aufgefrischt werden. Vor allem die Impfung gegen Tollwut ist wichtig. Wenn die Teilnehmer am Flughafen in Panama landen, verbringen sie zunächst einen Tag in einem Arrival-Camp, bei dem sich die deutschen Schüler kennenlernen. Und dann geht es erst einmal darum, Spanisch zu lernen. Denn bis jetzt reicht Maries Spanisch nur so weit aus, dass sie sich vorstellen kann. »Ich bin da optimistisch. Schon ganz oft hörte ich, dass man die Sprache im Land erst richtig lernt. Viele sind ohne Sprachkenntnisse hingeflogen und konnten bei ihrer Rückkehr Spanisch fließend sprechen. Schließlich ist man darauf angewiesen, sich mit der Sprache auseinanderzusetzen«, sagt die junge Heuchelheimerin selbstbewusst. Außerdem hat sie sich einige Selbstlernbücher, Wörterbücher und Lern-CDs zugelegt. Inwieweit sie auf Englisch zurückgreifen kann, bleibt zu seen, hängt davon ab, wie viele Panamesen Spanisch sprechen. Von Panama aus will Marie mit AFS zu den San-Blas-Inseln reisen und erkunden, wie die Einheimischen in Hütten leben. Auch das im Norden angrenzende Costa Rica will sie besuchen.

Neben den Reisen, die sie plant, besucht sie selbstverständlich die Schule. Da muss sie sich wohl an eine Schuluniform gewöhnen, zudem an die längere Unterrichtszeit. Bei Problemen und Fragen kann sie sich an ihren persönlichen Betreuer von AFS vor Ort wenden.

»Es fällt mir zwar schwer, meine Familie und meine Freunde für ein Jahr zu verlassen. Dennoch wird mir bewusst, was ich in diesem Jahr alles erleben und entdecken werde«, so Marie. »Ich werde einen meiner Träume leben.« Ihre Familie, ihre Freund, ihre Nachbarin und ihre zwei besten Freundinnen werden sie am 7. September am Flughafen in ihr Abenteuer verabschieden. (Foto: jfi)

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Artikel vom 10.08.2012 - 23.58 Uhr
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