Australien-Auswanderer Erich Lenz in Heuchelheim zu Besuch
Heuchelheim (vk). Er kann lebhaft, interessant, spannend und auch zuweilen süffisant erzählen. Und vor allem: Er hat etwas zu erzählen. Der gebürtige Heuchelheimer Erich Lenz, der vor 51 Jahren die Gemeinde am Bieberbach verlassen hat und mit 19 Jahren auswanderte, machte mal wieder Station in seiner Heimatgemeinde Heuchelheim.
Wieder mal in Heuchelheim zu Besuch: Erich Lenz (rechts) mit seiner Lebensgefährtin Shirley und seinem Bruder Helmut (links). (Foto: vk)
Der 71-Jährige (geboren am 26. Mai 1939) kam in Heuchelheim »Am Haag« im Haus gegenüber der heutigen Bäckerei Schwertfeger zur Welt und verbrachte hier auch seine Kindheit.
Beim AZ-Gespräch dabei ist auch sein Bruder Helmut, der andere Bruder Herbert ist bereits verstorben. In Heuchelheim ging Erich Lenz in die »rote Schule« (aus Backsteinen) gegenüber der Bäckerei Volkmann, die heute nicht mehr steht. Seine Lehrer waren »Fräulein Ebner und Herr Jox«. Von Pfarrer Walter Zwingel wurde er konfirmiert. Bei der Firma Ludwig Schneider erlernte Erich Lenz den Beruf des Maurers.
An seine Kindheit erinnert er sich gerne. »Mit Finks Werner und Karli Kröck bin ich groß geworden«, sagt er. Tragisch sei, das Werner Amend (»Finks Werner«) dieser Tage verstarb. Besonders hübsch, mit leichtem australischem Einschlag, klingt es, wenn Erich Lenz Mundart spricht und alte Dorf- oder Straßennamen wiedergibt. Da sind die »Saugass« (Kirchstraße) oder die »Onnergass« (Bachstraße) noch genauso geläufig wie die Dorf- und Spitznamen ehemaliger und gegenwärtiger Heuchelheimer Einwohner.
Im Dezember 1958 wanderte Lenz aus. Er war mit dem Schiff von Bremerhaven nach Melbourne in Australien sechs Wochen lang unterwegs. »Ich habe immer geträumt von der Südsee und habe dann den Entschluss gefasst: Ich gehe nach Australien«, erinnert er sich. Die Mutter sei zwar »aus allen Wolken gefallen«, habe ihrem Bub aber doch die Reise mit dem Schiff bezahlt.
In einem Camp blieb er etwa zehn Tage lang, dann erhielt er Arbeit in Alice Springs - das war etwa 2000 Kilometer weit entfernt vom Camp. Erich Lenz erinnert sich an die schweren Bedingungen. »Ich konnte kein Englisch, in Deutschland war Winter und in Australien 45 Grad Hitze«, berichtet er.