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»Emmas Glück am Ende wie ein Märchen«

Artikel vom 31.01.2010 - 10.00 Uhr

»Emmas Glück am Ende wie ein Märchen«

Grünberg - »Heimat« lautete 2009 das Jahresthema der drei Dekanate Grünberg, Hungen und Kirchberg. Gewissermaßen als Nachtrag hierzu ist eine Filmreihe zu sehen, die am Donnerstag im Grünberger Kino startete. In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Erwachsenenbildung Mittelhessen und den Dekanaten stehen im Kino vier »Heimatfilme« auf dem Programm - jeweils im Abstand von vier Wochen.
»Emmas Glück« - ein Heimatfilm über ein Schicksal in »Hessisch Sibirien«: »Die Hauptdarstellerin ist sehr gelungen«, schwärmten
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»Emmas Glück« - ein Heimatfilm über ein Schicksal in »Hessisch Sibirien«: »Die Hauptdarstellerin ist sehr gelungen«, schwärmten die Besucher von Jördis Triebel.
© Pandora
»Diese Filme zeigen nicht nur, wie sich der Heimatfilm seit den 1950er Jahren verändert hat«, erläuterte Dr. Angela Stender, Referentin für gesellschaftliche Verantwortung der Dekanate bei ihrer Begrüßung. »Sie zeigen zudem Frauen an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Und es ist spannend, zu sehen, wie sie damit umgehen«, versprach sie. So steht die kleine Filmreihe denn unter dem Motto »Wandelbare Weibsbilder«.

Die begann mit »dem hessischsten von allen vier Heimatfilmen«, wie Stender die Vorführung von »Emmas Glück« ankündigte. Dazu war Claudia Schreiber geladen, deren Roman die Vorlage für den Film geliefert hatte. Sie las zuvor einige Passagen aus dem Buch - Absätze, die der Film leider nicht ausreichend wiedergegeben habe, wie sie bedauerte. Doch insgesamt sei sie sehr zufrieden mit der Umsetzung ihrer Geschichte, die zuvor vom HR als nicht verfilmbar bewertet worden war, wie sie schmunzelnd erzählte. Lakonischer Kommentar: »So sind sie, die Hessen.«

Daher wurde »Emmas Glück« im Bergischen Land verfilmt, in Co-Produktion mit dem SWR, die Romanvorlage jedoch benennt »Hessisch Sibirien« als Schauplatz. Dies nicht ohne Grund, ist die Kölner Autorin doch in einem kleinen Dorf nördlich von Kassel geboren und aufgewachsen.

Genüsslich las Schreiber in der Lesung ihre Charakterisierung der Bevölkerung dieses nördlichsten hessischen Landstrichs. »Gastfreundschaft, Güte und Toleranz« - um diese zu finden, müsse man ganz viel graben.

Dort lebt Emma, eine Schweinehirtin, die ganz allein ihren Hof bewirtschaftet. Zu den Menschen sucht sie keinen Kontakt. Freundschaft und Nähe findet sie bei ihren Schweinen. Mit diesen spielt und schmust sie. Und sie schlachtet sie, denn Emma ist bodenständig und pragmatisch. Im Film nur angedeutet, wurde das Trauma Emmas, das sie zu einem solchen Leben geführt hatte und das - wie erwähnt - im Buch mit aller Deutlichkeit beschrieben ist: Auf vielerlei Weise von der Mutter misshandelt, ohne Hilfe vom Vater.

Dies ändert sich, als Max durch einen Autounfall bei ihr auf dem Hof landet. Der einsame Autohändler hatte zuvor gerade erfahren, dass ihm nur noch wenige Wochen zu leben bleiben, die er mit dem Schwarzgeld seines Freundes und Chefs in Mexiko verbringen will. Seine Flucht mit dem Geld endet indes bei Emma: Bei ihr findet er seinen Platz, an dem er glücklich ist. Denn »schlimm ist die Angst vor dem Tod, nicht der Tod selbst«, versichert sie ihm.



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Artikel vom 31.01.2010 - 10.00 Uhr
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