Grünberg (sc). Mit einer gemischten Bilanz endete am frühen Sonntagnachmittag das Folkfestival in Grünberg wegen des anhaltenden Regens vorzeitig. »Die Stimmung war hervorragend«, freute sich Festival-Initiator Manfred Albrecht über den gelungenen Folkabend am Samstag. Am Sonntag hingegen mussten die Organisatoren zwei der vier Gruppen wegen des schlechten Wetters absagen.
Greengras brachte die Musik der grünen Insel auf den Winterplatz.
So waren es in diesem Jahr nur rund 3 000 Besucher, die zum zwölften internationalen Folkfestival in die Gallusstadt gekommen waren.
Am Samstagabend genossen die Besucher die lockere Festivalatmosphäre in der Fachwerkstadt, in der Straßencafés, Cocktailbars und Stände mit internationalen Spezialitäten zum Verweilen einluden. Dazu Folkmusik unterschiedlichster Musikrichtungen auf den drei Open-Air-Bühnen in der Innenstadt, Bands im Barfüßerkloster, der Hospitalkirche und in einzelnen Kneipen. Wieder eine gelungene Mischung, die die zahlreichen Fans von Irish Folk über Country-Music bis hin zu afro-brasilianisch und hessischem Folk zu schätzen wussten.
Mit einem schon fast traditionellen Fassanstich eröffnete Bürgermeister Frank Ide mit Marktfrau Heike Leise das internationale Folkfestival auf dem Marktplatz. Ein 30-Liter-Freibier fassendes Holzfass hatte Licher-Bier Verkaufsleiter Edgar Müller mitgebracht. Ide ergänzte es um sein beim diesjährigen Ausschussfest in Laubach gewonnenes Bierfass und sorgte so zur Freude der Besucher für einen lang anhaltenden Freibierfluss.
Auf der Bühne am Marktplatz begann das abendliche Bühnenspiel mit den Country Songs der Gruppe Rodeo Drive. Auch zwei Gaststätten beteiligten sich wieder an dem Folkabend. Im Hof der Gaststätte Lipperts erklang hessischer Folk-Blues-Rock des Bembelators und seiner Freunde. Bembelator Martin Philippi wurde gesanglich und mit Gitarre begleitet von Heiko Lux und Stefan Rassner. Etwas abseits sorgte Apolloni mit griechischer Folklore in der Taverna Santorini für körbeweise Porzellanscherben. Aus gutem Grund, denn beim griechischen Tanz gehört das Zerschlagen von Porzellan mit dazu. Greengras brachte Musik von der grünen Insel auf den Winterplatz. Traditionelle Instrumentalstücke, Balladen und eigene Arrangements gehörten zum Repertoire der drei Musiker. Nach einer Pause ging es auf der Bühne am Winterplatz weiter mit Colinda, einer Gruppe, die im traditionellen Französisch der Region West-Louisiana Lieder vom Tanzen, Lieben und Leiden sang.
An der Bühne am Diebsturm kamen Freunde der Country-Musik auf ihre Kosten. Hillbilly Fever brachte ihren Zuschauern mit Banjo, Fidel, Kontrabass und viel Freude an der Musik Mountain-Music nahe, einen Vorläufer der Country-Music. Weiter ging es auf dieser Bühne mit Country-Songs und Cowpunk der Hellbilly Willies, die einige Zuschauer zum Square Dance animierten.