Die Fans des Marion Seibert Duos hatten sich im Barfüßerkloster eingefunden, in das zeitweise kaum ein Hineinkommen möglich war. Mit starker Stimme und der Begleitung von Gitarrist Stefan Keil aus Villingen sorgte die Laubacherin für zwei stimmungsvolle Stunden.
Unter sternenklarem Himmel führte ein weißer Kreidestrich vom Marktplatz und der Stadtkirche zur hell erleuchteten Hospitalkirche in der Neustadt. Zahlreiche Folkbesucher genossen die besinnliche Musik des Duo Fado Instrumental, das einen ruhigen Gegenpol zum Festivaltrubel setzte.
Der Festivalsonntag begann mit einem sehr gut besuchten Gottesdienst auf dem Marktplatz, musikalisch begleitet von Sängerin Manuela Michaeli und Rolf Weinreich an der Gitarre mit weiteren Musikern aus Gießen. Auf dem Marktplatz lud anschließend eine lange Tafel zum Mittagessen ein, was allerdings durch den einsetzenden Nieselregen kaum genutzt wurde.
Ab 14 Uhr ging das Programm auf den Bühnen am Winterplatz und auf dem Marktplatz trotz des zunehmenden Regens weiter. Den Anfang machte die Gruppe Ambar mit ihrer Anden-Music auf dem Winterplatz. Doch ihre Bemühungen, mit schwungvollen Stücken die Sonne hervorzulocken, blieben leider ohne Erfolg. Ebenso wenig vermochte es die schottische Dudelsackmusik auf dem Marktplatz: die Gruppe Questwind rund um den preisgekrönten Dudelsackpfeifer und Folkmusiker Quest präsentierten überzeugend, dass die unterschiedlichen Musikstile der verschiedenen Regionen Schottlands mehr als nur Pipe&Drum-Marschmusik beinhalten. Doch durch den anhaltenden Regen kamen nur wenige Unerschrockene in die Innenstadt. »Schade - das ist absolut bedauerlich«, meinte Initiator Manfred Albrecht angesichts des Dauerregens. Er und seine Kollegen vom Organisationskomitee handelten schnell und sagten den beiden letzten Gruppen vom Sonntag ab, verpflichteten sie aber gleich für 2011.
Ebenfalls ins Wasser fiel das an der Stadtkirche vorbereitete umfangreiche Kinderprogramm, und auch die Stände im Afro-Latino-Dorf boten im Regen einen traurigen Anblick. »Das afrikanische Dorf war eine tolle Bereicherung«, lobte Albrecht im Rückblick auf den Samstagabend und schwärmte: »Die Stimmung gestern war hervorragend.«