Aus Trohe wurde gegen 2 Uhr ein umgefallener Baum gemeldet, auch hier kamen Feuerwehr und Straßenmeisterei zum Einsatz. Richtung Gießen-Wieseck war ein Baum umgestürzt, die Wurzeln hatten die Straße aufgerissen. Das etwa vier mal zwei Meter große und ein Meter tiefe Loch wurde von der Straßenmeisterei abgesperrt. Die Bundesstraße 276, zwischen Laubach und Schotten, musste um 4.20 Uhr wegen umgefallener Bäume voll gesperrt werden. Die Feuerwehr war schnell vor Ort, die Straße konnte um 5.50 Uhr für den Verkehr wieder frei gegeben.
»Da liegt ein Mann in meinem Garten!«
Aus zahlreichen weiteren Gemarkungen im Landkreis Gießen meldete die Polizei gestern Behinderungen: Unter anderem auf Straßen zwischen Nieder Bessingen und Nonnenroth, rund um Grünberg, Lehnheim, Flensungen, Odenhausen und Kesselbach sowie nahe Lindenstruth waren Bäume gestürzt. An der B 457, der Umgehung von Lich-Langsdorf, rutschte ein Hang ab.
In Lehnheim musste ein Landwirt seine von einer Weide ausgebrochenen Küche wieder einfangen. In Grünberg vermutete eine Anruferin, bei ihr liege jemand im Garten. »Wie sich dann herausstellte«, so die Polizeipressestelle, war es aber eine durch den Sturm mgestürzte Tonne.«
Auch auf den Autobahnen gab es Behinderungen:Um 1.15 Uhr wurde auf der A 45 zwischen dem Gambacher und Gießener Südkreuz ein einachsiger Lkw-Anhänger vom Wind erfasst und umgeworfen. Er war mit Leergut beladen und musste von einem Abschleppdienst wieder aufgerichtet werden. Eine geringe Menge der Ladung lag abseits der Fahrbahn.
6000 bis 10 000 Festmeter gefällt
Die Böen richteten wiederum im Wald erheblichen Schaden an: Laut Erhard Knobloch, Bereichsleiter Wald und Dienstleistungen beim Forstamt Wettenberg, geht man nach ersten Schätzungen von 6000 bis 10 000 Festmetern aus, Laub- wie auch Nadelhoholz, verteilt auf den ganzen Landkreis Gießen. Am Boden liegen zumeist Einzelbäume, ganze Bestände wie bei den Windhosen in den 90er Jahren wurden nicht gefällt. Auch bewegt sich die jüngste Kalamität eher im unteren Bereich: Der Orkan »Kyrill« vor gut zwei Jahren etwa hatte 40 000 Festmeter gekostet. Apropos: Die Holzpreise waren gerade wieder im Aufwärtstrend, dürften jetzt wieder einen Dämpfer bekommen.