Grünberg (tb). Knapp 6,5 Mio. Euro hat das Land Hessen in den Neubau der Grünberger Polizei im Gewerbegebiet investiert. Eine Investition für den Bürger, wie am Donnerstag Hessens Innenminister Volker Bouffier unterstrich: »Die neue Station gewährleistet, und das ist stets unser Ziel, ein hohes Maß an Sicherheit für die Menschen in der Region«.
Einweihung der neuen Polizeistation durch die Landespolizeiseelsorger Joachim Michalik und Horst Daniel. (Fotos: tb)
»In Kollegenkreisen heißt der Neubau zwar schon ›Karlosseum‹. Wir haben jedoch nicht vor, die Polizeistation Grünberg umzubenennen.«
Präsident Schweizer in Anspielung auf die Größe der Polizeistation und dessen Leiter Karl Ruckelshauß.
Seit einigen Wochen nunmehr erfreuen sich die Beamten der Station an einem modernen, den heutigen Anforderungen an den Polizeidienst angemessenen Dienstgebäude (laut Stationsleiter Karl Ruckelshauß gibt es keine »Negativmeldungen«). Ende Juni bereits war der Umzug aus den beengten Verhältnissen in der Londorfer Straße ins Gewerbegebiet erfolgt, gestern nun die offizielle Einweihung: Die Polizeiseelsorger Joachim Michalik und Horst Daniel baten um Gottes Segen für das Bauwerk wie die darin Dienst tuenden Menschen.
Mit einem Blick in die Historie hatte der Gießener Polizeipräsident den Festakt eröffnet. Manfred Schweizer erinnerte an den letzten Umzug vor 53 Jahren: Im Zuge einer Strukturreform, die sieben über den Kreis verteilte kleine Polizeistationen in Grünberg bündelte, waren die 26 Beamten (»ein einziger war Kommissar«) von den Räumen im Grünberger Schloss in die Londorfer Straße gezogen. »Damals standen der Station ein Unfallaufnahmewagen, drei Streifenwagen und drei ›Isettas‹ zur Verfügung...« Im Laufe der Zeit kamen neue Aufgaben, eine umfangreichere technische Ausstattung (samt Ersatz der »Isettas«, die Red.) hinzu, die Kollegenzahl stieg auf heute rund 60 - plus drei Vierbeiner.
Schweizer: Entwicklung nach vorn
Der Polizeipräsident weiter: »Die Verhältnisse waren sehr beengt, der Neubau war zwingend.« Jetzt geweihtes Dienstgebäude - die Hauptnutzfläche beträgt rund 1300 qm, verteilt auf drei Etagen - ist für Schweizer ein »Vorzeigeobjekt«, das unter funktionalen Aspekten allen Belangen von heutiger Polizeiarbeit Rechnung trage. Und ein Beispiel sei für die »Entwicklung nach vorne« für Hessens Polizei.
Den Faden nahm Minister Bouffier auf, er verwies auf die rasanten technischen Entwicklungen - nicht zuletzt im Bereich der Sicherheit. Die moderne technische Ausstattung sei ein wesentlicher Bestandteil der jetzt geschaffenen guten Arbeitsbedingungen - und mithin eine Bedingung erfolgreicher Polizeiarbeit. Apropos Erfolg: Eine Aufklärungsquote von über 60 Prozent im Zuständigkeitsbereich der Station Grünberg führte der Minister als Beweis für »ein hohes Maß an Sicherheit« an. »Ein Verdienst der Polizistinnen und Polizisten«, sagte Bouffier. Der sah in der neuen Station - großzügig bemessen, weswegen »eine Erweiterung kurz nach der Einweihung hier nicht das Problem sein wird« - auch eine Motivation für die Beamten. Nicht nur der Minister dankte allen Firmen und Behörden, die zum guten Gelingen beitrugen. Bouffier wie auch zuvor Schweizer würdigten insbesondere Stationsleiter Karl Ruckelshauß: Der habe den Neubau zur Chefsache gemacht, diese Aufgabe mit »viel Herzblut« erfüllt und darauf geachtet, dass die Belange der Nutzer beachtet werden.