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Nach Tornado: Bouffier sichert unbürokratische Hilfe zu

Artikel vom 25.08.2010 - 04.00 Uhr

Nach Tornado: Bouffier sichert unbürokratische Hilfe zu

Grünberg (tb). »Tag Eins« nach dem Tornado: In Reinhardshain, wo zwölf Gebäude leicht oder mittelschwer beschädigt wurden, und vor allem in Lumda waren am gestrigen Dienstag die Menschen vor allem mit dem Beseitigen der Schäden beschäftigt - und dem Verdauen des Schocks, den die Windhose am Montagabend gerade bei Älteren verursacht hat.
Hessens Innenminister Bouffier (2. v. r) machte sich am Dienstag in Lumda ein Bild von der Lage. Das Foto zeigt ihn und Bürgerme
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Hessens Innenminister Bouffier (2. v. r) machte sich am Dienstag in Lumda ein Bild von der Lage. Das Foto zeigt ihn und Bürgermeister Frank Ide im Gespräch mit Bewohnern eines Hauses im Amselweg, dessen Dachstuhl vom Tornado teilweise weggerissen wurde. (Foto: tb)
Innenminister Bouffier machte sich am frühen Morgen ein Bild von der Lage. In der Regel tritt bei Sturmereignissen diesen Ausmaßes die Gebäudeversicherung ein, wenn aber Bedarf bestehe, es etwa mit der Schadensregulierung klemme, werde das Land unbürokratisch helfen, sicherte der Minister nach dem Rundgang durch Lumda den Betroffenen zu.

Hessens designierter Ministerpräsident aus Gießen sprach unter anderem mit der Bewohnerin des am schwersten betroffenen Hauses im Amselweg, wo der Tornado nicht »nur« Ziegel oder Eternitplatten, sondern einen Teil des Dachstuhls, bis auf den Firstbalken, weggerissen hatte. Auch hier die Zusicherung, dass die öffentliche Hand werden helfen, wo es angesagt sei.

Wie der Staatsminister und Bürgermeister Frank Ide verabredeten, wird die Stadt Grünbergs als Koordinierungsstelle wirken. Bouffier: »Die kennen sich vor Ort aus.« Und weiter wörtlich: »Die Lumdaer können sich darauf verlassen: Wer in Not ist, kann mit qualifizierter Hilfe rechnen.« Dass Wiesbaden nicht ungeprüft auf jede Anfrage »ein paar Tausend Euro« überweisen könne, sei klar. Dass sich Geschädigte direkt an ihn wenden sollten, sagte wiederum Frank Ide.

Bouffier, begleitet unter anderem von Polizeipräsident Schweizer und Kreisbandinspektor Binsch, hatte sich zunächst im Viertel »Am Bahndamm« umgeschaut. Jetzt - rund 14 Stunden nach dem Tornado mit seinen verheerenden Folgen - brachen sich hier und da starke Emotionen Bahn. Kein Wunder: »Wenn es einen persönlich trifft, ist das ein schwerer Schlag (...) Wenn plötzlich der Dachstuhl weg ist, ist das ein Schock, das kommt jetzt erst raus.« Der Minister zeigte sich zuvörderst froh, dass es keine Personenschäden gegeben hatte. Trotz der vom Sturm am Montag umhergewirbelten Eternitbrocken, Ziegel, Siloabdeckungen, Äste, Gartenhütten, Zeltgestänge und, und, und. Besonders würdigte er die große Hilfsbereitschaft der rund 670 Lumdaer.

Große Hilfsbereitschaft der Lumdaer gewürdigt

Wie sehr die gefordert war, das zeigt die aktuelle Schadenserhebung: Während es in Reinhardshain bei zwölf Gebäuden (»leicht« bis »mittelschwer«) blieb, stieg die Zahl in Lumda von rund 50 auf 84. Allein 14 Häuser, so weiter Bürgermeister Ide auf Nachfrage der Gießener Allgemeinen Zeitung, fallen hier unter die Schadenskategorie »schwer«. Glücklicherweise darf auch festgehalten werden, dass kein Haus komplett unbewohnbar ist.



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