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Nach Tornado: Bouffier sichert unbürokratische Hilfe zu

Artikel vom 25.08.2010 - 04.00 Uhr

Nach Tornado: Bouffier sichert unbürokratische Hilfe zu

Am Montagabend und auch gestern drängte sich dem Passanten der Eindruck auf, sämtliche Dachdecker und Spengler des Gießener Landes gäben sich ein Stelldichein. Laut THW-Bausachverständigem dürfte sich der Sachschaden bei den am schwersten betroffenen Anwesen in Lumda bei rund 500 000 Euro einpendeln. Alles eingerechnet, Verwüstungen der Gärten, Beschädigungen von Brückengeländern, Einfriedungen, Autos und vor allem auch der Windwurf im Wald jenseits der Landesstraße, dürfte die Millionen-Grenze überschritten werden.

Bizarre Bilder bieten sich dem Spaziergänger im »Beltershainer Wald«, wo der Tornado etwa 2000 Festmeter im Staatswald gefällt hat. Vor allem Buchen, viele ragen - riesigen Zahnstochern gleich - ohne Krone in den gestern wieder blauen Himmel. Und: Viele Bäume haben sich in Ost-West-Richtung geneigt - gegen den Wind! »Der Tornado muss sehr schnell gewesen sei, der Wirbel dreht die Bäume geradezu ab«, erklärt Ralf Jäkl vom Forstamt Wettenberg das Phänomen.

Der Bereichsleiter Produktion schätzt - unter Annahme eines Festmeterpreises von 50 Euro - den Schaden um die 100 000 Euro. Eine grobe Schätzung, ist doch der Verwertungserlös - viele Bäume sind auf halber Länge abgebrochen - abzuziehen. Von der Windhose ist vor allem der Staatswald nahe Lumda / Beltershain betroffen. Der zählt zum Revier Reiskirchen, das bereits in jüngster Vergangenheit, bei den wesentlich verheerenderen Stürmen »Doris« und »Xynthia«, stark gelitten hat.

Aber: Liegt hier nur ein kleiner Teil am Boden, seien in Richtung Lumda kleinere Privatwaldbesitzer viel schlimmer dran. Ralf Jäkl: »Kleinere Parzellen liegen komplett am Boden.«

Sturm in Schlüchtern: Feuerwehr betroffen

Auch Schlüchtern war am Montag von einem Unwetter betroffen. Hier zerstörte ein Wirbelsturm Dächer und kippte Container um. Damit nicht genug: Das halbe Dach des Feuerwehrgerätehauses wurde zerstört, Ziegel beschädigten 24 Privatwagen der Einsatzkräfte. »Wir kamen gerade von einem Kellerbrand und wurden auf der Rückkehr überrascht«, sagte ein Sprecher.


Um 17 Uhr hat Nicole Hunnenmörder aus Lumda noch den Wetterbericht gehört, erinnert sie sich. Nur von »Bewölkung« sei darin die Rede gewesen. Eineinhalb Stunden später verdunkelte sich plötzlich der Himmel, alles flog durch die Luft, wie Landwirtin Anja Linker erzählt: »Wind kam auf, Vögel wirbelten wie Laub durch die Luft, dann war alles schon wieder vorbei.« (bf)



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Artikel vom 25.08.2010 - 04.00 Uhr
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