Grünberg (bf). Vor etwa 40 Jahren begann in einem Kellerraum der früheren Theo-Koch-Schule die Geschichte des Modellsportclubs Grünberg: Der damalige Hausmeister Friedrich Wilhelm Becker richtete dort eine Werkstatt ein, veranstaltete Bastelstunden für die Schüler des Gymnasiums. Dies war die »Keimzelle«, aus der sich der Modellbauclub Grünberg e. V. entwickelte. Aus einer kleinen Interessengemeinschaft, die eifrig und voller Leidenschaft ihre Flugmodelle aus leichtem Balsa- und Sperrholz baute, ist heute ein etablierter Verein geworden.
Seit vielen Jahren schon beteiligt sich der Modellsportclub an den Ferienspielen. (Foto: pm)
Auf Initiative Beckers war beim Wartturm ein Gelände planiert worden, der Flugbetrieb auf konnte aufgenommen werden. Leider stellte es sich heraus, dass der Boden hauptsächlich aus Schlacke besteht. Durch die feinen Schlackepartikel, die in den Vergaser der Motoren eingesogen wurden, war deren Lebensdauer eher gering - wenn sie denn überhaupt zum Laufen gebracht werden konnten. Und: Verweigert der Motor im Flug seinen Dienst, dann hat dies oft einen Absturz zur Folge.
Ehemalige Bauxitgrube zwischen der Kernstadt und Göbelnrod wurde zum Flugfeld
Aus diesem Grund suchte Becker 1976 ein geeigneteres Fluggelände und fand es auch auf einer verfüllten ehemaligen Bauxitgrube. Der damalige Eigentümer Fritz Peppler aus Grünberg ließ die Fläche einebnen, und es entstand ein anschauliches Flugfeld, auf dem der Verein noch heute beheimatet ist. Auf Initiative Beckers wurde am 22. September 1974 die Eintragung ins Vereinsregister beantragt, 1975 dann - vor 35 Jahren also - war der Verein amtlich existent. Auch erfolgte in diesem Jahr die Genehmigung des Geländes als Modellflugplatz. Grünbergs damaliger Bürgermeister Siegbert Damaschke, würdigt der MSC, sei ein »leidenschaftlicher Befürworter und Unterstützer« gewesen. Auch was die Genehmigung der Vereinshütte anbelangt.
Die acht Gründungsmitglieder waren: Erster Vorsitzender Friedrich Wilhelm Becker, Zweiter Vorsitzender Rolf Müller, Schriftführer Gerhard Reibert (er kam als Jugendlicher dazu, ist der Faszination Modellflug bis heute erlegen), Kassenwart Heinz Müller, Beisitzer Manfred Willikonsky sowie Eckhard Klöß, Dieter Müller und Erwin Hartmann.
Inzwischen waren aus den »Kellerkindern« Rolf Müller, Eckhard Klöß und Manfred Willikonsky Heranwachsende geworden, sie konnten offizielle Funktionen im Verein übernehmen. Der MSC: »Eine Erfolgsgeschichte bezüglich einer sinnvollen Freizeitgestaltung von Schülern.« Handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen, absolute Konzentrationsfähigkeit beim Fliegen und auch soziales Verhalten werden als Grundvoraussetzungen für dieses Hobby genannt.
Weiterer Meilenstein der Vereinsgeschichte: Beworben durch den Hessischen Rundfunk, fand 1982 eine Ausstellung in der Gallushalle statt. Als Attraktion wurde von der Firma Märklin die Werksmodellbahn zur Verfügung gestellt. Damals ein immenser logistischer Aufwand, die Miniaturbahnanlage nach Grünberg zu bringen. Initiatoren waren H. Kämmer aus Mücke und der damalige Vorsitzende Manfred Niesner.