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»Kleine Umgehung« für Grünberg kein Thema mehr

Artikel vom 24.08.2010 - 11.01 Uhr

»Kleine Umgehung« für Grünberg kein Thema mehr

Grünberg (tb). Folgen die Stadtverordneten am 1. September der Empfehlung des Fachauschusses, so ist die sogenannte »Kleine Umgehung« (L 3127 / Londorfer Straße / Neuer Friedhof - Göbelnroder / Gießener Straße) kein Thema mehr. Das steht zu erwarten, durfte Bauausschuss-Vorsitzender Lutz-Armin Keil am Freitag doch eine einstimmige Empfehlung zu Protokoll geben.
Die »Umgehungs-Diskussion« jüngerer Zeitrechnung war vor zwei Jahren wieder aufgeflammt, bei der Beratung des Rahmenplans für das Sanierungsgebiet »Innenstadt II«. Wesentliches Aspekt dabei: Wie ist eine Verkehrsentlastung, vor allem der eng bebauten Londorfer Straße, zu erreichen? Man folgte am Ende der Empfehlung der Sanierungsplaner, die in der »Kleinen Umgehung« doch erhebliche Entlastungseffekte sahen, auch mit einer früheren Realisierbarkeit argumentierten. Im April 2009 dann der Mehrheitsbeschluss auf Prüfung durch die Landesstraßenbauverwaltung. Dies trotz aller Warnungen der Skeptiker: Mit dem Bau einer ohnedies wenig effektiven »Kleinen Umgehung« könnte die »Große Umgehung« (B 49 /unterhalb Lehnheimer Kreuz - B 49 /Göbelnröder Wald) gefährdet werden. Allerdings: Am selben Aprilabend beschlossen die Stadtverordneten den Antrag auf Aufnahme der »Großen Umgehung« in den Regionalplan.

Im Februar 2010 dann die Mitteilung aus Wiesbaden, die die Skeptiker bestätigte: Wegen des »zu schlechten Kosten-/Nutzenverhältnisses« werde der Verlegung der L 3127 (»Kleine Umgehung«) kein »vordringlicher Bedarf« zugemessen. Bürgermeister Frank Ide meinte damals bereits: »Da passiert nichts mehr.« Dem am Freitag tagenden Bauausschuss machte er nun die Position des Wirtschaftsministeriums klar, wonach nur Projekte mit gutem Nutzen-Kosten-Verhältnis eine Chance hätten. Dies sei bei der »Kleinen Umgehung« zwar nicht der Fall, derzeit jedoch, so der Verwaltungschef weiter, finde eine neue Bewertung nach einem überarbeiteten und modifizierten Verfahren statt, das unter anderem auch den städtebaulichen Aspekt stärker berücksichtige. Mit Ergebnissen dieser Untersuchung wäre Ende 2010 zu rechnen. Sollte Grünberg das wollen? Laut aktueller Magistratsvorlage: »Nein«. Der Bürgermeister: »Da die Teilortsumgehung von den städtischen Gremien ohnehin nicht als Ideallösung angesehen wurde, sollte auf eine weitere Untersuchung verzichtet werden.« Das werde man Wiesbaden mitteilen, der gegenteilige Beschluss sei aber zuvor aufzuheben.

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