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»KiSS« in Grünberg: Sprachförderung in Kitas kommt an

Artikel vom 19.01.2012 - 10.41 Uhr

»KiSS« in Grünberg: Sprachförderung in Kitas kommt an

Grünberg/Gießen (tb). 2008 betrat »KiSS« die Bühne des Kreises Gießen. Wider Erwarten steht »KiSS« nicht für eine Hardrockband gleichen Namens, deren Glanzzeiten vorüber sind, sondern für Ki nderS prachS creening als zukunftsorientiertes Programm. Legt doch das frühe Lernen von Sprache den Grundstein für schulischen und beruflichen Erfolg.

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Engagement in Sprachförderung gewürdigt: Marita Keller, Leiterin der Grünberger Kita »Die Rondellis, installiert das »KiSS«-Siegel. Tipps zum Umgang mit der Bohrmaschine geben Kreissozialdezernent Oßwald, Sprachberaterin Carla Sack und Fernwalds Bürgermeiser Bechthold. (Foto: tb)
Nach dem Vorbild Nordrhein-Westfalens werden jetzt auch in immer mehr hessischen Kindertagesstätten sprachliche Fähigkeiten und Kommunikationsverhalten erfasst. Zielgruppe sind die Vier- bis Viereinhalbjährigen mit Deutsch als Mutter- oder Zweitsprache. Das Screening (auch: »Sprachstandserfassung«) soll die Grundlage schaffen, um frühstmöglich Kinder zu fördern, Entwicklungsrückständen vorzubeugen und mit logopädischen und/oder medizinischen Mitteln zu begegnen.

Im Kreis 528 Kinder »gescreent«

Im Herbst 2008 wurden die ersten Erzieherinnen durch die Sprachexpertinnen des Kreisgesundheitsamtes Gießen geschult, bis dato haben 28 die einige Stunden umfassende theoretische und praxisbegleitende Fortbildung absolviert. Auf dem Lehrplan stehen Grundlagen des normalen Spracherwerbs sowie der Sprachförderung im Kita-Alltag, Sensibilisierung für sprachliche Kompetenzen und Besonderheiten et cetera. Mit diesem Rüstzeug versehen, setzen die ErzieherInnen die standardisierten Erhebungen um – mittels eines kindgerechten Verfahrens, versteht sich. Ihnen zur Seite steht Carla Sack, Sprachexpertin des Kreises, die Nachprüfungen von medizinisch auffälligen Kindern veranlasst oder bei nicht eindeutigen Ergebnissen Rückfragen stellt. Erst dann wird ein Elternbrief ausgestellt, in dem Auffälligkeiten aufgeführt sowie eine Empfehlung ausgesprochen wird.

Ende 2011, so die druckfrische Bilanz des Gesundheitsamtes, waren im Landkreis 528 Kinder mit dem »KiSS«-Verfahren untersucht worden, nahmen 19 Tagesstätten »aktiv am Programm teil.«

Siegel für sechs Kitas

Am Dienstag nun erhielten sechs davon in der Grünberger Kita »Am Rondell« ihr Siegel. In Anerkennung ihrer Teilnahme am Kindersprachscreening erhielten das Siegel: »Die Rondellis« (Grünberg), »Froschwiese« (Steinbach), Allendorf/Lumda (Träger: Arbeiterwohlfahrt), »Sonnenschein« (Lardenbach), »Regenbogenland« (Beuern), Nordeck-Winnen (Arbeiterwohlfahrt).

Überreicht wurde es von Kreissozialdezernent Dirk Oßwald. Der sah darin nicht zuletzt eine Würdigung dafür, dass hier das »Engagement für Sprachförderung sehr, sehr ernst genommen wird.« Sein Dank galt den Erzieherinnen wie auch den Leitungen und Trägern der Tagesstätten. Der Hauptamtliche Erste Beigeordnete formulierte schließlich ein ehrgeiziges Ziel: »KiSS soll zu einem Qualitätssiegel des Landkreises werden.«

Johannes Mertens, »KiSS«-Projektmanager am Kindervorsorgezentrum des Landessozialministeriums, machte auf eine Besonderheit aufmerksam: Nur in Hessen werde den Erzieher/innen dieses hohe Maß an Verantwortung zugebilligt. Weswegen deren Einsatz umso höher zu schätzen sei.



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Artikel vom 19.01.2012 - 10.41 Uhr
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