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Grünberger Nachwuchsforscher beim Landesentscheid

Artikel vom 15.03.2010 - 06.00 Uhr

Grünberger Nachwuchsforscher beim Landesentscheid

Grünberg (tb). »Entdecke neue Welten!« lautet das Motto des diesjährigen Wettbewerbs »Jugend forscht«/»Schüler experimentieren«. Das Motto soll die »natürliche Neugier und den Forschergeist der Jugendlichen unterstreichen, prägen doch oft Technologien den Alltag, ohne dass der einzelne wirklich weiß, wie sie funktionieren.«
Grünberger Nachwuchsforscher beim Landes- wettbewerb »Jugend forscht«: Julian Reitz und Jonas Trippner mit ihrem Lehrer und Betr
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Grünberger Nachwuchsforscher beim Landes- wettbewerb »Jugend forscht«: Julian Reitz und Jonas Trippner mit ihrem Lehrer und Betreuer Dr. Sven Kammer. (Foto: pm)
Die Beschäftigung damit ergebe häufig ganz neue Anwendungsmöglichkeiten. Dabei - so weiter die Stiftung »Jugend forscht e.V.« - beschritten die Schüler oftmals ungewöhnliche Wege. »Wie passend«, möchte man da sagen, schaut man sich das Projekt von Julian Reitz und Jonas Trippner, Zehntklässler der Theo-Koch-Schule Grünberg, an. Die Idee der Jungforscher ist es, Trittbewegungen des Menschen in Energie umzuwandeln. Mit ihrem Beitrag aus dem Bereich »Technik« hatten sie sich beim Regionalwettbewerb für den Landesentscheid in Darmstadt qualifiziert. Gestern war die Preisverleihung. Zum einem ersten Platz hat es nicht gereicht, dennoch zeigten sich die 15-Jährigen und ihr Lehrer Dr. Sven Kammer sehr zufrieden. Mit am Start war auch der Lahnauer Samuel Bernhardt (19), der einen 2. Preis erzielte.

Eine sehr positive Bilanz zog am gestrigen frühen Abend gegenüber der »Allgemeinen Zeitung« Dr. Sven Kammer, Lehrer und Betreuer von Julian und Tobias. »Den Schülern wurden seitens der Jury Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt, die Teilnahme war für die beiden eine große Motivation, an der Sache dranzubleiben.« Zumal die erst 15 Jahre alten Jungforscher erfahren durften, dass in ihrer Idee noch jede Menge Potenzial steckt. Dr. Kammer: »Schon die Teilnahme am Landeswettbewerb ist ein Super-Ergebnis, ein großer Erfolg«.

Zwei Tage hatten die Grünberger und der Lahnauer mit 50 anderen Jungforschern Zeit gehabt, in den Räumen des Darmstädter Pharma- und Chemieunternehmens Merck ihre Forschungsprojekte vorzustellen und sich den kritischen Fragen der 20 Jurymitglieder zu stellen. Worum es bei dem Projekt der Grünberger - beim Regionalwettbewerb im Februar mit einem 1. Preis in der Sparte Technik bedacht - geht: Julian Reitz (Harbach) und Jonas Trippner (Stangenrod) haben einen Trittstein entwickelt, der elektromagnetisch Strom erzeugt. In den Stein wurde eine Spule eingebaut, in diesem senkt sich ein »Permanentmagnet« auf und ab. Mittels Metallschienen wird der so erzeugte Strom an einen Verbraucher geleitet. Ampeln oder Zebrastreifenbeleuchtungen könnten, so die Jungforscher, mit Strom versorgt werden. Zum Einbau ist der Energiestein aber eher in Ballungszentren gedacht, weil nur eine hohe Frequentierung die benötigte Energie erbringt. Dass man dennoch überlege, einen »Energiestein« auf dem Gelände der Theo-Koch-Schule als vorbildhaftes Anschauungsobjekt zu installieren, erklärte dazu TKS-Direktor Stündl, der sich von der Idee sichtlich angetan zeigte.

Beim Regionalwettbewerb in Lollar waren 27 Forschungsprojekte am Start gewesen. Ebenso für den Landeswettbewerb qualifiziert hatte sich der Lahnauer Samuel Bernhardt (August-Hermann-Francke-Schule, Gießen).

Sein Thema im Fachgebiet Biologie: »Nitrifizierende Bakterien und deren bevorzugte Substrate im Aquarium«. In seiner Arbeit beschäftigt sich der 19-Jährige mit dem Stickstoff-Kreislauf im Aquarium. Dafür sind zwei Hauptgruppen von Bakterien verantwortlich: die Ammoniakoxidierer und die Nitritoxidierer. Um deren bevorzugte Umgebung zubestimmen, ging Bernhardt Fragen nach wie: »Welches Bodensubstrat bevorzugen nitrifizierende Bakterien?«, »Spielt der Einsatz einer Bodenheizung eine Rolle?« Fragen, auf die der Jungforscher schlüssige Antworten fand. Was die Jury mit dem 2. Preis und einem Preisgeld von 200 Euro würdigte. Zudem wurde ihm der Dr. Sobotha-Gewässer-Preis zuerkannt, der zusätzlich mit 250 Euro dotiert ist.

In Darmstadt hatten sich die heimischen Nachwuchsforscher mit 50 anderen Jugendlichen der Jury gestellt. Die Experten bewerteten die Arbeiten, getrennt nach sieben Fachbereichen, wobei die Chemie mit sieben Arbeiten am stärksten vertreten war. Gefolgt von fünf Projekten aus den Bereichen Biologie und Technik, je vier aus dem Bereich Arbeitswelt sowie Mathematik/Informatik. In Physik traten drei Jungforscherteams, in Geo- und Raumwissenschaften eines an. Die elf Sieger haben sich für das Finale vom 13. bis 16. Mai in Essen qualifiziert.

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Artikel vom 15.03.2010 - 06.00 Uhr
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