Die Betreiber des »Herkules«-Baumarktes begründen den Erweiterungsbedarf mit der »Konsolidierungsphase« der »DIY«-Branche: Stieg die Zahl der Bau- und Heimwerkermärkte von bundesweit 1617 im Jahre 1991 auf 2609 im Jahr 2001, werden es seither immer weniger. Fürs vergangene Jahr verzeichnete das »Euro-Handelsinstitut« noch 2428 Märkte. Die »Konso-Phase« bestätigen Kennzahlen des Branchendienstes »DIYonline« aus 2009: Danach haben die 20 größten Unternehmen ihre Gesamtverkaufsfläche zwar um 4,1 % steigern können, der Umsatz aber ging flächenbereinigt um 3,2 % zurück. Weswegen der Fortbestand gerade der kleineren Märkte (wie in Grünberg) zunehmend kritisch beurteilt wird. Um dessen Fortbestand zu sichern, bedürfe es insbesondere beim Gartenangebot einer deutlichen Erweiterung der Verkaufsfläche. Da dies innerhalb des Sondergebietes nicht möglich ist, daher der Expansionswunsch Richtung Norden (gegenüber Polizei). Zunächst bedarf es dafür der Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplanes, da beide die Erweiterungsfläche bisher als »Industriegebiet« ausweisen.
RP: kein erneutes Abweichungsverfahren
Der RP, so Ide, sehe »grundsätzlich die Möglichkeit«, die Erweiterung ohne erneutes Abweichungsverfahren zu genehmigen. Beim Gartenbereich handele es sich um kein »zentrenrelevantes Sortiment«, der Standort als solcher sei bereits durch die Regionalversammlung zugelassen. Schließlich: Was die Abstimmung der Verkaufsflächen im Detail angeht, so könne dies im Zuge der Beteiligungsverfahren nach BauGB erfolgen.