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Grünberg: Wunsch der Feuerwehr doch erhört

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Artikel vom 18.09.2014 - 15.30 Uhr

Grünberg: Wunsch der Feuerwehr doch erhört

Grünberg (tb). Für SPD-Fraktionschefin Claudia Wolf ist die Entscheidung zum Gerätehaus Stockhausen (Erweiterung im Bestand oder Neubau eines zentralen Stützpunktes in Seenbrücke) vergleichbar mit einem Autokauf: Für die einen ist der alte Wagen noch gut genug, sind anstehende Reparatur kein »Trennungsgrund«, wo für die anderen schon der Neuwagen alternativlos ist.

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Das Feuerwehrhaus Stockhausen soll 2015 erweitert werden. Die Skizze oben zeigt die aktuelle abgespeckte Planung (das Trafo-Häuschen wird versetzt).
© Red
Da spielten Emotionen eine Rolle. Für Wolf handelt es sich um ein Dilemma, gibt es keine Lösung ohne Makel, sie enthielt sich. Ebenso Grünen-Vertreter Reinhard Ewert. Einzig Ulrich Ebenhöh (SPD) blieb bei seinem Nein.

Die Mehrheit aus FW und CDU aber empfahl – anders als noch im Bauausschuss (zweimal Nein, aber fünf Enthaltungen) – die Magistratsvorlage zum Beschluss durchs Stadtparlament. Von daher ist zu erwarten, dass es doch zur von den Feuerwehren gewünschten Erweiterungslösung kommt, dafür der im Januar vom Plenum beschlossene Sperrvermerk (zu teuer, Alternativen prüfen!) aufgehoben wird.

Eigenleistungen angemahnt

Die vom Architekten Manfred Tamm abgespeckte neue Variante weist einen um 50 000 auf 350 000 Euro verminderten Ausgabenbedarf aus. Erzielt vor allem durch die Verkleinerung des Anbaus (eine statt zwei Fahrzeughallen/für Schulungen DGH genutzt). Ebenso der Bau eines 150-cbm-Löschteiches statt einer Zisterne mindert die Kosten. Wie Tamm auf Nachfrage aus dem HFA sagte, dürfe man aus Eigenleistungen allenfalls eine Einsparung von 20 000 Euro erwarten.

Eine Rolle in der aktuellen Diskussion spiel(t)en auch die jüngst vom TÜV festgestellten Mängel an den Gerätehäusern Lardenbach (Stufe »rot« = »schwere Mängel«/Kosten: 120 000 Euro) und Weickartshain (Stufe: »gelb« = »noch arbeitsfähig«; Kosten: 30 000 Euro). Um alle drei Gebäude »fit« zu machen, bedarf es also eines Aufwandes von 500 000 Euro.

Dem gegenüber stehen die 1,2 Mio. Euro, die Bürgermeister Ide für den Neubau eines Stützpunktes veranschlagt. Selbst bei Abzug aller eventuellen Zuschüsse lande man bei 900 000 Euro. Eine Differenz von 400 000 Euro und Ide ein gewichtiges Argument gegen die zentrale Lösung. Die habe man durchaus geprüft, sich auch vergleichbare Stützpunkte angeschaut, doch sei diese Alternative eben aus Gründen der Einsatztaktik (etwa längere Anfahrt) und wegen befürchteter Motivationsverluste (seltener Einsätze) von allen drei Wehren wie auch dem Feuerwehrbeirat abgelehnt worden. Eine Replik auf die Kritik aus den Reihen von SPD und Grünen, die Prüfung sei nicht »ergebnisoffen« gewesen. Insbesondere Ulrich Ebenhöh (SPD) mahnte, nicht zu kurzfristig zu planen, bezweifelte, dass die 30 000 Euro für Weickartshain auf lange Sicht reichten. Wenn es doch eines teuren Umbaus bedürfte, schmelze Ides Kostenvorteil zusammen. Im Seenbachtal kooperierten heute schon die Jugendwehren, die zentrale Lösung wäre die zukunftsfähigere. Ebenhöh erwartet hier den gleichen Trend wie bei den Sportvereinen, die mangels Spielern auch fusionieren müssen.

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Artikel vom 18.09.2014 - 15.30 Uhr
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