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Grünberg: Reges Interesse an Infoabend zu Flüchtlingsheim

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Artikel vom 09.10.2014 - 09.01 Uhr

Grünberg: Reges Interesse an Infoabend zu Flüchtlingsheim

Grünberg (tb). Mit der sich verschärfenden Lage im Krisenherd Naher Osten geht ein Anstieg der Flüchtlingszahlen einher. Auch im Kreis Gießen werden weitere Gemeinschaftsunterkünfte eröffnen, auch in Grünberg, wo mit »Stangenrod« – nach Harbach und Beltershain – das dritte »Wohnheim« mit 36 Plätzen in Kürze bezogen wird.

Um zu informieren, Fragen der Bürger zu beantworten und mit der Sozialarbeiterin Hysnie Sagirmahmutoglu die Ansprechpartnerin vorzustellen, hatte das »Team Asyl« beim Landkreis sowie Grünbergs Bürgermeister Frank Ide in die Grundschule Stangenrod eingeladen. Wie sich zeigen sollte, war das Informationsbedürfnis der Stangenröder groß.

»Würden wir nicht das gleiche tun, würden wir nicht auch aus solchen Verhältnissen flüchten?«, fragte zunächst Ide in die Runde der etwa 70 Anwesenden. Er hoffte, dass sich auch in Stangenrod viele finden, die den »anfangs noch fremden Menschen« helfen.

Hermann Wilhelmy, ev. Flüchtlingspfarrer, sprach die höchst traumatischen Erlebnisse der Menschen an, etwa wenn sie sich in überfüllten Booten übers Meer gerettet haben. Er erinnerte an Berichte von Flüchtlingen, die vor dem Kentern der Schaluppe ausgelost hatten, wer über Bord muss, um die anderen zu retten.

Auch skizzierte Wilhelmy das Verfahren, dass alle Asylbewerber von der Einreise bis zur Anerkennung/Abschiebung durchlaufen müssen. Dazu zählt grundsätzlich die medizinische Untersuchung.

Seien 2008 nur 20 Flüchtlinge dem Landkreis zugewiesen worden, seien es in diesem Jahr bereits 600, fasste Jörg Glasenhardt-Freymann als Leiter des Teams Asyl beim Kreis Gießen die Situation mit nüchternen Zahlen zusammen. Binnen zwei Jahren habe man 350 Plätze geschaffen, in 14 Gemeinschaftsunterkünften sowie in Privatwohnungen. Auch für das in Stangenrod angemietete ehemalige Wohngebäude sei es das Ziel, die Belegung auf 75 Prozent zu begrenzen. Ob der hohen Zahlen aber werde das oft nicht erreicht. Angestrebt wird wiederum eine ehrenamtliche Begleitung der Flüchtlinge. Eine verbesserte Koordinierung dieser Hilfen – etwa beim Erlernen von Sprache oder Gebräuchen, »aber keine Sozialarbeit« – ist dank der neuen halben Stelle bei der Diakonie zu erwarten. Zu einem Treffen für Interessenten soll in Kürze eingeladen werden.

Hildegard Haarhoff, Leiterin der Grundschule Stangenrod, berichtete von entsprechenden Initiativen in Beltershain: Über die Schüler erreiche man die Eltern, treffe sich zum Frühstück, tausche sich aus, lerne einander kennen. Dass manche der Flüchtlinge keinen Kontakt wünschten, diese Erfahrung habe auch sie gemacht. Glasenhardt-Freymann verwies noch auf die Bemühungen des Kreises Gießen, den Wünschen der – mit Arbeitsverbot belegten – Asylbewerber nach Praktika und Arbeitsgelegenheiten zu entsprechen (kreisweit gibt es derzeit freilich nur acht Stellen, davon allein sechs am »Laubacher Stift«, die Red.). Diesen Punkt griff nicht nur ein Redner an diesem Abend auf: »Die Menschen werden dort einfach abgestellt.«



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Artikel vom 09.10.2014 - 09.01 Uhr
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Leserkommentare
(12.10.2014 15:24)
Gandalf013
Müssen wir den ......
....... jeden Fremden an unserer Haustür willkommen heißen, der zu uns will? Sind Sie (@forestfairy oder @Clarimonde)der/die oberste'n Zensor/n. censeur dieser Republik, dass Sie dies dem Bundesbürger vorschreiben dürfen? Die Akzeptanz gegenüber Fremden und Zuwanderung hängt legitimerweise davon ab, wie sich diese den Einheimischen darstellt. Da diese in der Vergangenheit nachweislich zu mehr Kriminalität, höheren Kosten, Non-Go-Aereas, Non-Go-Schulen, etc geführt hat, habe ich als jemand, der hierfür früher durchaus sehr aufgeschlossen war, rigoros um-gedacht! Und solange diese Probleme nicht offen und ehrlich, - ohne Tabus und einseitig Schuldzuweisungen (... Wir sind schuld weil wir zb benachteiligen ...) angesprochen werden dürfen, gewinne ich das verlorene Vertrauen gewiss nicht zurück! Mein Gegenvorschlag: Fragen wir die Bundesbürger bei einer Volksabstimmung, ob bzw inwieweit sie weiter Zuwanderung wollen, - legen wir aber vorher eine offene und ehrlich Bilanz der bisherigen vor, - z.B. auch Kriminalität, (Sozial-)Kosten usw usw.!!!
(12.10.2014 12:40)
forestfairy
Rückkehr?
##Denn wenn die Probleme in ihren Heimatländern nicht mehr bestehen, sollten sie alle zurück gehen und das Land mit aufbauen, das machen sie leider fast alle gar nicht. ##
Warum sucht man den politisches Asyl?
Wieso kommen bspw. gerade so viele Eritreer in den Kreis GI?
Weil es so ein furchtbar armes Land ist und die Flüchtlinge hier mehr Geld bekommen?
Nein. Sie kommen aus einem diktatorischen Staat, in dem jeder, direkt nach seiner Abi-Feier in Busse verfrachtet und zum Militärdienst gebracht wird. Dieser Dienst dauert nicht wie bei uns früher einige Monate/ein Jahr, sondern ist meist lebenslänglich (!) verpflichtend. Und wie es in solchen Ländern beim Militär zugeht, kann man sich ja ausmalen oder auch nachlesen. Auch läuft man ständig Gefahr, (laaange) ins Gefängnis zu kommen, wenn man sich kritisch gegen die Regierung äußert.
Allein, das was Sie teilweise schreiben, würde Sie bspw. in Eritrea, Somalia... umgehend ins Kittchen bringen.
Dementsprechend ist die Chance, dass sie freiwillig zurückkehren tatsächlich sehr gering. Würden sie dies nämlich tun, wanderten sie ins Kittchen oder würden gleich umgebracht.
Wann lernen Menschen wie Sie endlich, sich mal zu informieren, bevor sie die immergleichen Parolen niederschreiben?
Unser Boot ist voll. Lustig, dass z.B. die Türkei zig mal mehr Syrer aufnimmt als Deutschland. Haben die ein so viel größeres Boot?.
(11.10.2014 15:59)
corto
Kann ich nur zustimmen
@Gandalf013 guter Kommentar, dem gibt es nichts hinzuzufügen.
(11.10.2014 12:56)
AEG
Welcher Rassismus ?
Ist Asylant schon eine Rasse ?
Heutzutage rutscht der Begriff "Rassist" so manchem schnell mal raus, ohne vorher nachzudenken und argumentativ zu Antworten.
Leider gibt es Mitbürger die schauen einen schon schief an wenn man " schwarz braun ist die Haselnuß " pfeift oder vom Sarotti Mohr spricht.
Und je mehr Gäste sich in unserem Lande erlauben bewaffnete Straßenschlachten auszutragen, kriminelle Strukturen aufzubauen, Sozialsysteme auszunutzen, um so mehr die Kriminalstatistik und der Lagebericht des Bundes Ausländer als Großteil der Täter erfasst, um so mehr wird die Stimmung gegen Ausländer wachsen. Irgendwie auch verständlich. Da helfen auch keine Sozialarbeiter, sondern erkennbare Maßnahmen wie zu Beispiel sofortige Abschiebung von ausländischen Straftätern.
(11.10.2014 12:48)
H.Potter63
Die Reissleine ziehen!
"Langsam aber sicher sollte sich jeder normal denkende Mensch fragen, wo ist die Grenze der Aufnahmekapazität". Auch mit noch so viel gutem Willen und Geld muss es irgendwo eine Grenze gezogen werden. All die Menschen die jetzt notdürftig untergebracht werden brauchen wenn ihr Asylantrag genehmigt wird,irgendwann eine Wohnung u einen Arbeitsplatz. Wohnraum ist kaum noch bezahlbar u die ganzen Arbeitsplätze sieht man auch nicht. Die Konjunktur ist auf Talfahrt da brauchen wir auch nicht mehr so viele Fachkräfte ;-)).Die ganzen Flüchtlinge sollten in ihren Kulturkreis verbleiben, d.h. in den ganzen Nachbarländern. Auch da kann Deutschland sie sehr gut unterstützen. Sie sollten nicht in eine völlig andere Kultur in die sie verpflanzt werden. Diese mannigfaltigen krassen Probleme sind damit vorprogrammiert. Man sollte erst vorher nachdenken dann handeln. Das scheint aber nicht nur allen Entscheidungsträgern sondern auch den multikulti Befürwortern schwer zu fallen. "Warum übernehmen wir den nicht die Asyl bzw. Einwanderungspolitik von Australien, Kanada, USA???".
(11.10.2014 10:53)
deidaw
Wer...
...sich schon daran gewöhnt hat, als Rassist beschimpft zu werden UND sich nicht mal mehr darüber erschreckt, ist wohl einer, nicht?
Und es ist kein Geifer. Es ist die Kotze ob der tiefrechten, menschenverachtenden Kommentare.
(09.10.2014 17:25)
Gracchus
Ich bin ....
.... es mit den Jahren gewohnt, von sogen. Gutmenschen u. a. auch als Rassist beschimpft zu werden. Es kann mich nicht erschrecken. So lange unseren Linksfaschisten bei meinen Kommentaren immer wieder der grüne Geifer über die Lefzen tropft, weiß ich, daß das was ich schreibe nicht so ganz verkehrt sein kann.
(09.10.2014 15:56)
Clarimonde
Unsäglich dumme Kommentare
Unser Boot ist noch lange nicht voll und wer einfach mal seine Scheuklappen absetzt und auf Menschen zugeht, wird schnell merken, dass es ziemlich ignorant ist, alle Menschen über einen Kamm zu scheren. Warum sollen diese Menschen die Fehler ausbaden, die unsere Politik macht? Und Herr Gracchus, neben Rassismus werfe ich Ihnen auch noch Sexismus vor. Ihr süffisantes "die Dame" anstatt Frau Sagirmahmutoglu, verrät Ihre Natur. Ich finde es fast schade, dass man Sie nicht abschieben kann.
(09.10.2014 14:10)
Gracchus
Aha !
Belästigungen oder Diebstähle - "Sollte etwas querlaufen, könne man sich jederzeit an die Sozialarbeiterin Hysnie Sagirmahmutoglu wenden." Bringt diese Dame dann die gestohlenen Sachen wieder zurück, oder zahlt sie gar eine Entschädigung aus ? Mit guten Ratschlägen will auch der ev. Flüchtlingsimam Hermann Wilhelmy den Bürgern zur Seite stehen. Ob allerdings hilft bleibt abzuwarten.
(09.10.2014 11:21)
Gandalf013
Der Flüchtlings- und .......
.... Asylstatus sollte nur Aufenthalt auf Zeit sein, so war es immer vorgesehen.Denn wenn die Probleme in ihren Heimatländern nicht mehr bestehen, sollten sie alle zurück gehen und das Land mit aufbauen, das machen sie leider fast alle gar nicht. Denn dann kommen die Gutmensch Bürgerinitiativen so in der Art Bleiberecht für alle. Rechtsanwälte die nur darauf warten, werden eingeschaltet und dann dürfen sie hier bleiben. Nur jetzt geht nichts mehr, denn das BOOT ist voll.Denn die katastrophalen Zustände durch eine Jahrelange ungesteuerte Zuwanderung von bildungsfernen, intergrationsfeindlich gesinnten Migranten in ein Hochtechnologieland wie Deutschland unter gleichzeitiger Aushöhlung und Pervertierung des Asylrechts sind in jeder deutschen Großstadt u. Gemeinde für jeden, der ohne ideologische Scheuklappen auskommt, unvermeidlich ersichtlich. Und wenn nicht schnellstens gehandelt wird, dann wird uns der ganze Laden noch um die Ohren fliegen.Die Anfänge sieht man jetzt schon in Hamburg usw. dort Herrschen schon Bürgerkriegs ähnliche Zustände.
(09.10.2014 09:25)
Gerhard Naujok
Wozu Polizeieinsatzüberwachung
Deutlich sichtbar waren vor dem Versammlungsort Grundschule Stangenrod 2 Polizeifahrzeuge postiert. Zudem hielten sich auf dem Schulhof vor dem Gebäude Polizisten in Zivil auf. Was soll das? Wer hat die Polizei bestellt? Wer solches Mißtrauen gegenüber den Einwohnern von Stangenrod sät, soll sich nicht wundern, wenn aus der Bevölkerung entsprechende "Antworten" kommen.
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