Göbelnrod: Anekdoten und Erinnerungen rund um die »Bräu eamm Dorf«
Auch Roland Weber erinnerte sich an eine ähnliche Anekdote: Mit viel Rundholz war der Kasten »stattlich gesteibert worden«. Der Bräutigam indes, der mit seinem Traktor am Kasten vorbeikam, lud kurzerhand das Rundholz auf und nahm es mit. Zur Freude der Zuschauer imitierte Weber die entzürnte Reaktion des Standesbeamten, der das Geschehen beobachtet hatte.
Dass die Göbelnröder nicht nur anlässlich einer Hochzeit zu Späßen aufgelegt sind, bewies eine Erzählung von Christel Schmidt. Sie beichtete, wie sie vor Jahrzehnten gemeinsam mit ihrem Mann auf einem Nachhauseweg zahlreiche Heukegel von der Wiese am Kreuzberg zusammengetragen hatte - »damals standen da noch keine Häuser, da war noch alles Wiese«.
Die Erinnerungen der Dorfbewohner wurden ergänzt durch kurzweilige Mundartgedichte, die Erika Nebeling (Atzbach) vortrug. »Wir haben das gleiche Faible: Wir lieben die oberhessische Mundart«, stellte Vogler die durch Funk und Fernsehen bekannte Autorin vor. Ihre pointierten Gedichte erzählten mit viel Witz mitten aus dem Alltagsleben und wurden vom Publikum mit viel Applaus honoriert.
Die angeregten Gespräche bei Kaffee, Tee und hausgemachtem Kuchen zeugten davon, dass die Gäste auch an ihren Tischen zahlreiche Erinnerungen an alte Begebenheiten austauschten. Und mit Gesang und Geschichten zu alten Bräuchen im Dorf klang der kurzweiligen Nachmittag im Erzähl-Café schließlich aus.