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Göbelnrod: Anekdoten und Erinnerungen rund um die »Bräu eamm Dorf«

Artikel vom 09.03.2010 - 19.51 Uhr

Göbelnrod: Anekdoten und Erinnerungen rund um die »Bräu eamm Dorf«

Grünberg (sc). Über 100 Gäste füllten am Sonntag das Göbelnröfer Dorfgemeinschaftshaus. Dorthin hatte der Verein »700 Jahre Göbelnrod 2010« zu einem »Erzähl-Café« geladen, um in gemütlicher Runde alte Geschichten des Dorfgeschehens auszutauschen. Vereinsvorsitzender Hans-Ludwig Vogler zeigte sich erfreut darüber, dass »Alt und Jung, Einheimische und Zugereiste und sogar Auswärtige erschienen sind.«
Erzähl-Café in Göbelnrod: Zum Einstieg ins Thema führten Hans-Ludwig Vogler und Jürgen Müller einen Sketch auf, bei dem es um ei
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Erzähl-Café in Göbelnrod: Zum Einstieg ins Thema führten Hans-Ludwig Vogler und Jürgen Müller einen Sketch auf, bei dem es um ein Missverständnis rund um den Aushang-Kasten« ging. (Foto: sc)
Als Thema des Nachmittags, zu dem er sich einen Austausch an Anekdoten und Erinnerungen wünschte, nannte er »E Bräu eamm Dorf« (Eine Hochzeit im Dorf).

Eine Hochzeit, so Vogler, sei schon immer nicht nur ein Ereignis fürs Hochzeitshaus gewesen, das ganze Dorf habe Anteil gehabt. Zum Einstieg in das Thema führte er mit Jürgen Müller als Standesbeamten einen Sketch auf, bei dem es um ein Missverständnis rund »um den Kasten ging, in den Heiratswillige vor der Eheschließung muss«. Dass damit das Aufgebot und nicht die Person selbst gemeint war, erfuhr der Bräutigam erst nach einigen amüsanten Verwicklungen vom Standesbeamten.

Die musikalische Untermalung des Nachmittags übernahm »Mundartbarde« Gerhard Keil mit Gitarre und Gesang sowie Hans Hedrich und Tobias Wagner am Akkordeon. Zum traditionellen Hochzeitslied erbaten sie sich die Unterstützung der Göbelnröder, die gerne mit einstimmten.

Vom Steibern des Aushangkastens

Um das Steibern des Kastens drehten sich anschließend die Erinnerungen der Göbelnröder. Dabei war der Brauch, den Kasten mit dem Aufgebot durch allerlei Materialien von unten zu stützen - also umgangssprachlich »zu steibern« - zunächst nur üblich, wenn die Braut schwanger war. In Göbelnrod wurde dies jedoch schließlich von der Dorfjugend zu jeder Hochzeit gemacht.

So erzählte Vogler in Vertretung der erkrankten Helga Dongov von einem Jugendstreich, der ihrem Vater, einem Bauern und Schmied, damals gespielt wurde. Denn um einmal wieder einen Kasten zu steibern, hatten die Jugendlichen unter viel Mühe den Schleifstein ihres Vaters Otto Gerhardt unter den Kasten befördert. Und mit viel Spannung erwarteten die auf der Lauer liegenden Burschen, wie der Schmied seinen Schleifstein wohl wieder nach Hause bringen würde. So staunten sie nicht schlecht, als er den Stein kurzerhand aufrichtete und ihn in seinem Gestell einfach wie einen Schubkarren nach Hause rollte.



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Artikel vom 09.03.2010 - 19.51 Uhr
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