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07.09.2010 - 14.14 Uhr
Fürs Fernsehen: Grünbergs schöne Seiten
Grünberg (tb/jhm). »Der Name ist Programm. Wir wollen zeigen, wie schön Hessen ist«, sagt Axel Mugler. Der Redakteur des Hessischen Rundfunks ist in der Gallusstadt, um mit seinem Team eine Folge der Sendereihe »Herrliches Hessen« zu drehen.
»Wird aber auch Zeit, dass ihr Grünberg zeigt«, hätte womöglich jener Gallusstädter gesagt, hätte er das Gespräch am Rande der Dreharbeiten im Brunnental belauscht. Hat er aber nicht.
Die schönen Seiten von Marburg, Hanau oder Braunfels hat der HR bereits gezeigt. Das Format kommt an: Die Einschaltquoten liegen mit gut acht Prozent über dem Wert, den das »Dritte« im Schnitt normalerweise erreicht. »Herrliches Hessen« erreicht bis zu 400 000 Zuschauer. Was auch am »aufgefrischten« Konzept liegen mag: Seither werden nicht mehr nur schöne Landschaften gezeigt, im Fokus stehen vielmehr auch »Menschen mit unterhaltsamen Geschichten, die nicht orginär mit der Stadt, der Region zu tun haben müssen«, sagt Axel Mugler und sprudelt nur so drauf los. Heißt: In Grünberg wohnen offensichtlich Menschen, die was Unterhaltsames zu erzählen haben.
Unter anderem das Ehepaar Stammler, das im Alten Universitätsbau neben dem Schloss bzw. neben dem einstigen Antoniterkloster wohnt. Das Interview führt Moderator Dieter Voss in luftiger Höhe, auf dem obersten von drei Dachböden. Herbert Stammler erzählt nun die Geschichte des einstigen Wirtschaftsgebäudes des Antoniterklosters: Gebaut um 1500, hatten Stammlers Vorfahren 1873 das höchste Fachwerkgebäude Mittelhessens erworben. »Für 5000 Reichsgulden, zahlbar in Raten«. In dem über 20 Meter langen Dachstuhl beeindruckt vor allem die alte Zimmermannskunst - und der Ausblick.
Herbert Stammler hat noch mehr Interessantes zu erzählen. Etwa, dass sein Urgroßvater ein Freund von Grünbergs berühmtestem Sohn war: Alte Fotos zeigen Georg Stammler mit dem Völkerkundler Theo Koch. Auch erzählt Stammler davon, dass sein Urgroßvater noch im Frühjahr 1924 einen Brief des Freundes erhielt - abgestempelt in Manaos/Brasilien, wo Koch am 8. Oktober an Malaria starb.
»Was empfindet man als Tochter, wenn eine Stadt ein ganzes Stockwerk ihres Museums dem Vater widmet?« Nur eine Frage, um die sich das Interview der Fernsehleute im »Museum im Spital« dreht. Gesprächspartnerin ist Ursula Koch - 87-jährige Tochter von Theo Koch.
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