Grünberg/Mücke (fp). »Christ zu sein könne man durchaus als Abenteuer bezeichnen, bevor man den richtigen Weg gefunden habe«, sagte Pfarrer Karl-Heinrich Stein im September 2001 bei seiner Amtseinführung in der katholischen Gemeinde Grünberg und Merlau. Nun, nach neun Jahren, trennen sich die Wege.
Abschiedsgottesdienst: der scheidende Pfarrer Karl-Heinrich Stein (Mitte) mit seinen Dr. Bernhard Falck und Clemens Matthias Wunderlich (Foto: fp)
Stein übernimmt am 1. Oktober die Gemeinde »St. Elisabeth« in Darmstadt. Am Sonntag wurde er unter großer Beteiligung verabschiedet. Dass Stein viel für die Gemeinde und die Stadt Grünberg bewegt habe, bescheinigten ihm dabei alle Redner.
Im Gottesdienst, den der scheidende Seelsorger mit Clemens Matthias Wunderle, dem Pfarrer von Laubach und Weickartshain, sowie dem ehemaligen Pfarrer von Lich, Dr. Bernhard Falck, gestaltete, sprach Stein von Veränderungen und Visionen. Eine Vision im kirchlichen Miteinander bleibe jedoch immer gleich: die Gemeinschaft mit Gott. In Grünberg habe er durchaus erfahren, was Sehnsucht nach Heimat ist. Gerade Heimat zu geben, bleibe eine Aufgabe der christlichen Kirchen, so Pfarrer Stein weiter. Eine seiner letzten Aufgaben war die Einführung der neuen Messdiener Isabell Bujnicki, Philipp Obermann, Laura Sagorski und Noel Sharif Pour. Umrahmt wurde der Gottesdienst von Brigitte Mey an der Orgel und von Lektorin Maria Becker (Mücke-Merlau).
Bei einem anschließenden Empfang im Pfarrzentrum St. Antonius hieß der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Klaus Reith, eine große Schar von Gästen und Rednern willkommen. Auch die Familie von Pfarrer Stein war zur Verabschiedung erschienen. Umrahmt wurde diese Feier vom Grünberger »Salon Ensemble« mit Margarethe Müller-Hillebrand, Brigitte Mey und Matthias Seim.
Reith verdeutlichte in seiner launigen Rede die Zeit des Ankommens und die Zeit des Abschiednehmens. Mit Stein sei die Zusammenarbeit in den Gremien unkomplizierter geworden. Dafür gab es einen persönlichen Dank. Veränderungen wurden eingeführt mit den Exerzitien im Alltag, dem gemeinsamen Fasten und der gemeinsamen Adventszeit. Mit Stein rückte auch in der katholischen Gemeinde die Ökumene mehr in den Vordergrund. In der Gemeinde wurde 2006 ein Leitbild entwickelt, das nun überarbeitet wird. 2008 fusionierten die Gemeinden aus Mücke und Grünberg zu »Heilig Kreuz« Grünberg/Mücke. Ferner wurde in der Amtszeit von Karl-Heinrich Stein die »Grünberger Klamotte« gegründet. Auch in der Jugendarbeit tat sich etwas, »Klettern mit Pfarrer Stein« war angesagt. Mit dem Hinweis, auch ein Pfarrer müsse mal etwas kürzer treten können, dankte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Klaus Reith für die gute Zeit in Grünberg, hob Anerkennung und Wertschätzung der Gemeinde hervor. Als äußere Zeichen überreichte er Geschenke an den scheidenden Seelsorger, zuförderst eine Jakobsstola (dort pilgert der Pfarrer in den nächsten Wochen) und einen Betrag für ein lithurgisches Gewand. »Wir möchten, das Pfarrer Stein in seiner neuen Gemeinde gut aussieht«, so Reith abschließend.
Für die Caritasgruppe überreichte Ruth Strittmatter einen Rucksack mit Flügeln (für den beschwerlichen Jakobsweg) und vielen guten Wünschen an Pfarrer Stein. In der Zeit von Stein sei eine aktive Gruppe entstanden, die heute in der Lage sei, vielen Menschen in Not zu helfen, so Strittmatter. Auch Pastoralreferentin Carola Simon hatte in ihren Dank einen Rucksack mit Erste-Hilfe-Sortiment für Seelsorger eingeschlossen.