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02.12.2009 - 19.19 Uhr
Entscheidung über Kindergarten Lehnheim steht noch aus
Grünberg (gro). Im Sozial- und Kulturausschuss berieten die Mitglieder am Dienstag über den Nachtragsetat. Ein zentrales Thema war zudem die Erweiterung des Kindergartens in Lehnheim.
Zu den Etatnsätzen gab es nur wenige Nachfragen, so etwa zu Gewinn und Verlust einiger kultureller Veranstaltungen. Zum Folk-Festival fehlten noch einige Abrechnungen, stellte Bürgermeister Frank Ide fest, zum Beispiel die Zuschüsse aus dem Fond des »Hessischen Kultursommers«. Aber mit jeweils 5.000 Euro zu Lasten der Stadt und der Sparkassenstiftung »liegen wir im Rahmen, sogar noch etwas darunter«.
Die Eric-Clapton-Night dagegen wurde mit Verlust abgeschlossen, da nicht genügend Zuschauer kamen. Gabriele de Jager vom Tourismusbüro dazu: »Man muss einfach mal was probieren. Es hätte auch gut gehen können.« Die fehlenden Zuschauer resultierten eventuell auch daraus, dass zeitgleich der Abi-Ball stattgefunden habe, fügte Claudia Wolf (SPD) an.
Da der Sportverein Lehnheim in seiner Sitzung, ebenfalls am Dienstagabend, über die Zukunft des Sportlerheims entscheiden wollte, lagen dem Ausschuss noch keine Ergebnisse vor, und es gab daher noch kein Votum dafür, wie die Kindergarten-Erweiterung in dem Grünberger Ortsteil aussehen könnte. Wie Petra Dickhardt, zweite Vorsitzende des Vereins, auf Anfrage mitteilte, wartete man am gestrigen Tage auf die Zusage von Zuschüssen. Danach richte sich, was in Eigenarbeit geleistet werden müsse und für welche Summe der Verein das Sportheim an die Stadt abtreten könne.
Wie mehrfach berichtet, gibt es zwei Varianten: entweder Anbau an den bestehenden Kindergarten oder Erweiterung des bestehenden Baus unter Einbeziehung des angrenzenden Sportlerheims. Die zweite Lösung käme zwar finanziell günstiger, die eingesparten Mittel sollten jedoch für die Errichtung eines neuen Sportheims eingesetzt werden. Die Summe liege sicher unter 100 000 Euro, so Ide. Nach letzten groben Schätzungen würde ein eingeschossiger Bau mit 30 Metern Länge und acht Metern Breite rund 190 000 Euro kosten. Nach Abzug des städtischen Zuschusses sollte die Finanzierung durch Eigenleistung und weitere Fördermittel (Land Hessen, Landkreis und hessischer Fußballverband) erfolgen. Otto Klockemann (CDU) stellte die Frage, wie wahrscheinlich es sei, dass aus diesen Töpfen wieder Geld komme, das 1992/93 schon einmal geflossen sei. Die Aussichten stünden gut, so Gabriele de Jager, da die angeführten Institutionen an einer umfangreichen Sportförderung interessiert seien.
Einer Erweiterung des Kindergartens unter Einbeziehung des Sportlerheims steht Susanne Dapper (Freie Wähler) äußerst skeptisch gegenüber. Sie sieht eine Bauphase von zwei bis drei Jahren, da der Kindergarten erst in Angriff genommen werden könne, wenn das neue Sportheimsteht. Auf eine solche Verschiebung werde man sich auf keinen Fall einlassen, warf Ide ein. Den Sportlern sei bekannt, dass sie »nicht morgen, aber übermorgen rausmüssen«. Reinhard Ewert (Grüne) kritisierte, dass Ausschüsse und Parlament nach zehn Wochen, als Birgit Otto (CDU) den Wunsch des SV Lehnheim vortrug, noch immer nicht zu einer Entscheidung gelangt seien, da der Sportverein keine Ergebnisse vorgelegt habe. Die Umsetzung der U 3-Betreuung müsse jetzt geschehen und so plädierte Ewert für den Kindergartenanbau. Die andere Variante sei zwar wünschenswert, aber unter den Bedingungen der Haushaltslage nicht machbar. Mit sieben Ja-Stimmen bei einer Ablehnung (FW) wurde die Entscheidung verschoben auf Donnerstag vor der Sitzung der Stadtverordneten. Dem Nachtragshaushalt wurde mit fünf Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen zugestimmt.
Möglichkeit Waldkindergarten untersuchen
Zur Ergänzung des bestehenden Angebots stellte die SPD den Antrag, Möglichkeiten zur Errichtung einer Waldkindergartengruppe auszuloten. Beginnend mit der nächsten Sitzungsrunde sollen verschiedene Schritte zur Umsetzung eingeleitet werden, so Claudia Wolf. Als erste Maßnahmen sollte ein Referent eingeladen werden, der über Erfahrungen mit Waldkindergärten berichten soll. Eine Bedarfserhebung und der Besuch einer solchen Einrichtung sollen folgen. Einstimmig wurde der Antrag unterstützt.