So kann sie ihn mit ihrer Lebenslust und Sinnenfreude zwar nicht heilen, doch steht sie ihm beim Sterben bei, wie sie es auch bei ihren Schweinen tut. So findet die märchenhafte Geschichte kein klassisches Happy End. Doch für Emma ist die Erinnerung an die glückliche Zeit mit Max wertvoll genug, um über alles hinweg zu trösten.
Lichtspielchefin Edith Weber lud die Zuschauer nach der Filmvorführung zu Schmalzbrot und heißem Apfelwein ein - und zum Gespräch mit der Autorin. Die Grünberger Bücherstube war mit einem Büchertisch vertreten.
Romanautorin Claudia Schreiber (links) und Kino-Chefin Edith Weber.
Zur Entstehung ihres Romans erzählte Schreiber, dass sie ein traumatisiertes Menschenkind darstellen wollte, das - ähnlich der Delfintherapie - durch Tiere Heilung findet. Mit dem Film sei sie ausgesprochen zufrieden. Eine Einschätzung, der sich die Kinobesucher anschlossen. »Die Hauptdarstellerin ist sehr gelungen«, schwärmten viele Besucher von Jungdarstellerin Jördis Triebel. »Dabei war dies ihre erste große Filmrolle, und sie ist als Berlinerin ein reines Stadtkind«, informierte Schreiber, plauderte von den Dreharbeiten und über den sehr sympathischen Jürgen Vogel, der die Rolle des Max spielte.
Die Frage nach dem Genre Heimatfilm wurde diskutiert, aber es waren verständlicherweise auch viele Gedanken über den Umgang mit dem Tod zu vernehmen. »Ich empfinde sie nicht als Mörderin«, stellte ein Besucher klar. Einigkeit herrschte darüber, dass Emmas »Sterbehilfe« eine Liebestat gewesen sei. Euthanasie im besten Wortsinne, »ein guter Tod«, bekundete ein weiterer Zuschauer. So bestätigt diese Einfachheit und Klarheit, mit der in »Emmas Glück« dieses schwierige Thema Sterbehilfe behandelt wird, die Autorin, wenn sie erklärt: »Emmas Glück ist ein Märchen.« Susanne Schlosser