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Bundesverdienstmedaille für Grünberger Gerhard Keil

Artikel vom 18.01.2012 - 09.43 Uhr

Bundesverdienstmedaille für Grünberger Gerhard Keil

Grünberg (tb). Seit gut 40 Jahren beobachtet und notiert der Grünberger Gerhard Keil die Niederschlagsmengen – ehrenamtlich. Diese Arbeit fand nun eine herausragende Würdigung: In Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen Verdienste wurde Keil die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

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Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für Gerhard Keil (Mitte): Das Foto zeigt ihn mit Grünbergs Erstem Stadtrat Thomas Kreuder, Uta Bursian (DWD), Nobert Keil, Elfriede Keil und Konstantin Keil.(Foto: tb)
Erst seit 1931 gibt es in Grünberg eine offizielle Wetterstation. Gemessen werden zuvörderst die täglichen Niederschlagsmengen. Nicht weniger als die Hälfte dieser 80 Jahre, genau seit dem 14. April 1971, zeichnet Keil dafür verantwortlich, dass die »Wetterfrösche« in Offenbach auch aus der Gallusstadt Daten erhalten. Dies als kleiner, aber wichtiger Beitrag zu den diversen Prognosen und Gutachten des Deutschen Wetterdienstes (DWD), wie sie etwa die Landwirtschaft, aber auch die Klimaforschung benötigt.

»Ehrungen von Sportlern oder Feuerwehrleuten stehen ja fast täglich in der Zeitung, das hier ist etwas Besonderes«, hatte eingangs der Feierstunde im Rathaus Erster Stadtrat betont. »Gerhard Keil leistet einen Beitrag für sehr gute Vorhersagen des Wetterdienstes.« Davon profitiere die Allgemeinheit – und nicht zuletzt die Rettungsdienste, sagte der langjährige Wehrführer von Grünberg. Er dankte Keil für seinen ehrenamtlichen Einsatz namens der Stadt.

Messungen seit 1931

Uta Bursian, Leiterin der Regionalen Messnetzgruppe Offenbach, überreichte die Verdeinestmedaille. Sie dankte Keil auch namens des DWD-Präsidenten. Bursian würdigte die »außerordentliche Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft« des Geehrten. Mit seiner tagtäglichen Dokumentation der Niederschlagsmengen – ebenso der Schneehöhen und Erdbeschaffenheit – habe Keil einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Wettervorhersage und Klimaüberwachung geleistet. Davon profitieren alle Bürger – bundesweit. Würden doch die Auswirkungen des Wetters und Klimas jeden betreffen.

Für den nationalen Wetterdienst seien Menschen wie Keil, die mit Liebe zur Natur, guter Beobachtungsgabe und hohem Verantwortungsbewusstsein das Wetter in ihrer Region überwachten, unverzichtbar.

Bursian nannte jetzt einige Daten aus der Geschichte der Station Grünberg: Die begann in der Gartenstraße, nahm 1931 ihren Dienst auf. Die Daten an den Wetterdienst las damals noch ein Mitarbeiter des ehemaligen Forstamtes Grünberg ab: Otto Heußinger hieß der, versah 31 Jahre diese Tätigkeit. Sein Nachfolger hieß Jakob Manz, die Wetterstation ward nun in den Hegweg 3 verlegt. 1967 übergab er das Amt des »Grünberger Wetterfroschs« an Karl Keil – der Beginn einer besonderen Familientradition. Vertretungsweise las Ehefrau Elise Keil die Daten ab, übertrug sie in die Monatstabelle. Am 1. Januar 1968 wanderte die Station in die Theo-Koch-Straße, später in die Enggasse. Am 14. April 1971, nach dem Tod des Vaters Karl, übernahm schließlich Gerhard Keil.

Vertreten wurde er anfangs, was aber nur selten nötig war, von Familie Ritter. Danach sprang Ehefrau Elfriede und inzwischen auch Sohn Norbert ein. »Ich hoffe, dass die Station Grünberg möglichst lange noch in der Familie Keil bleibt«, unterstrich hier Uta Bursian.



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Artikel vom 18.01.2012 - 09.43 Uhr
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