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18.07.2010 - 23.40 Uhr
90 Jahre Jugend- und Sportverein Lehnheim gefeiert
Grünberg (sf). Seit nunmehr bereits 90 Jahren besteht der Jugend- und Sportverein Lehnheim – ein Grund zum Feiern. Der sehr aktive Verein mit seinem vielfältigen Breitensportangebot startete das Jubiläum am Freitag mit einem Kommersabend. Das Rahmenprogramm wurde vom örtlichen Gesangverein unter Leitung von Sandra Böhm mit Liedern wie »Wir feiern ein Fest der Freude«, »Schöner Sommer« oder »Freude schöner Götterfunken« mitgestaltet. Auch die Kinderturngruppe des JSV war mittenmang, begeisterte ebenfalls mit einer Vorführung ihrer Künste.
Begrüßen konnte Vorsitzende Daniela Jobst als Ehrengäste Grünbergs Bürgermeister und Schirmherren Frank Ide, Ortsvorsteher und JSV-Ehrenvorsitzenden Karl-Heinz Wilhelm, Achim Frey in Vertretung des Kreisfußballwarts, Helma Adelmann in Vertretung der EVG-Deutschland, Kreiswart Jürgen Adams für den TT-Kreis Gießen sowie Vertreter aller Orts- sowie vieler Nachbarvereine.
»JSV« für Lästerer: »Jeden Sonntag verloren«
Karl-Heinz Wilhelm – er führte den Verein nicht weniger als 39 Jahre als Erster Vorsitzender, unter seiner Ägide gab es wichtige Weichenstellungen – hatte die Chronik aufgearbeitet. Die Gäste erfreute er mit einem humorvollen Überblick über die letzten 90 Jahre. Von den anfänglichen Schwierigkeiten der Fußballer, die wenig geeignete Wiesen für ihr Hobby nutzten, oder davon, dass Lederbälle in den Kindertagen des JSV eine Rarität waren, war da die Rede. Wilhelm erinnerte auch daran, dass bereits in den 50er Jahren eine FSG mit Stangenrod gegründet wurde – aber bald wieder aufgelöst werden konnte (damals gab es noch genügend Nachwuchs). Über den Vereinsnamen, so weiter der Chronist, sei vor knapp 50 Jahren noch gelästert worden, die Abkürzung JSV wie folgt »übersetzt« worden: »Jeden Sonntag verloren«. Doch darauf gaben die Lehnheimer die richtige Antwort, auf dem Platz: 19 Jahre spielte der JSV in der Bezirksliga, verbuchte viele Erfolge. Ernst-Dieter Walther (genannt »Ennes«), noch heute in der AH aktiv, war einer der Top-Fußballer in Bezirksliga-Zeiten, wie Karl-Heinz Wilhelm betonte.
Und auch an ein Highlight Anfang der 80er Jahre erinnerte er: Die Fußballdamen, von anderen Vereinen unterstützt, spielten gegen die damalige Frauen-Nationalmannschaft. Über 1000 Zuschauer und ein Gewinn von 3000 DM, der als Spende an das Sprachheilzentrum Gießen übergeben wurde, waren die Bilanz.
In den 80ern: 650 Einwohner – 500 Mitglieder
Bei rund 650 Einwohnern vor 30 Jahren hatte der Sportverein nicht weniger als 500 Mitglieder – eine stattliche Zahl. Heute sind es immerhin noch 395 Mitglieder, davon sind 244 aktiv, 151 passiv. Im Bereich des Fußball gibt es eine erste und eine zweite Mannschaft in der neuen FSG mit Stangenrod und Grünberg, eine Alte Herren-Abteilung, eine Damenmannschaft sowie die alle Jugendklassen.
Im Bereich Tischtennis gibt es ebenfalls eine erste und zweite Mannschaft und eine Damenmannschaft. Außerdem unterhält der JSV eine Gymnastik-, eine Seniorengymnastikgruppe, zwei Kinderturngruppen und eine Eltern-Kind-Gruppe. Auch die Wanderabteilung ist noch gut besetzt. Die Tischtennisabteilung, 1969 gegründet, feiert in diesem Jahr ihren 40. Geburtstag. Ein dickes Lob gab es am Freitag für den Ehrenvorsitzenden Wilhelm, der sich immer noch für seinen JSV einsetzt und die freiwilligen Mitstreiter für jedwede Renovierungsmaßnahmen koordiniert und motiviert. Auch die Damengymnastik trug mit einer Vorführung zum Gelingen des Kommersabends bei.
Bürgermeister Ide lobte den Verein für seine vielen Aktivitäten. Vorausschauend habe der JSV die Weichen stets rechtzeitig und richtig gestellt. Weiter: Das Wort »Eigenleistung« sei mit dem Jubiläumsverein sehr eng verbunden.
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