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28.01.2008 - 20.01 Uhr
Gnadl (SPD) setzt sich gegen Dietz (CDU) durch
Friedberg/Glauburg (dab). Lisa Gnadl (SPD) wird die östliche Wetterau
künftig im Landtag vertreten. Die 26-jährige Soziologin setzte sich im
Kampf ums Direktmandat knapp gegen Klaus Dietz (CDU) durch: mit 368
Stimmen Vorsprung.
Friedberg/Glauburg (dab). Lisa Gnadl (SPD) wird die östliche Wetterau künftig im Landtag vertreten. Die 26-jährige Soziologin setzte sich im Kampf ums Direktmandat knapp gegen Klaus Dietz (CDU) durch: mit 368 Stimmen Vorsprung.
Auf Listenplatz 37 seiner Partei gesetzt, verpasste der 52-jährige Redakteur auch auf diesem Weg seinen dritten Einzug in den Landtag, weil Parteikollegen von hinteren Plätzen direktgewählt wurden und an ihm vorbeizogen. Dietz landete zwar auf dem zweiten oder dritten Nachrückplatz, wie er der WZ gegen 23.15 Uhr mitteilte. Doch werde dies selbst dann nicht reichen, wenn die Linke an der Fünf-Prozent-Hürde scheitere und die CDU dann einen Platz mehr im Parlament, nämlich 43 habe.
Die übrigen Kandidaten blieben chancenlos: Wolfgang Patzak (FDP) kam auf 7,1 Prozent der Stimmen, Udo Ehrenhardt (Grüne) auf 4,9 Prozent, Herbert Weber (FW) auf 4,2 Prozent und Hans-Jürgen Mogk (Linke) auf 3,9 Prozent. Für Daniel Lachmann (NPD) votierten 2,8 Prozent, für den Republikaner Hans-Georg Weigert 1,1 Prozent. Insgesamt gaben 61,4 Prozent aller Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab.
»Es ist ein toller Abend für die SPD in Hessen, aber auch für die SPD in der Wetterau«, freute sich Lisa Gnadl, als schließlich auch die Zahlen aus Büdingen vorlagen. Bis dahin hatte sie mit 800 Stimmen geführt. »Der Rückhalt war groß, in allen Ortsteilen. Wie haben eine große Geschlossenheit gezeigt.« Die Tochter von Ex-Landrat Rolf Gnadl konnte sich in sieben der elf Kommunen gegen Dietz durchsetzen, in ihrer Heimatgemeinde Glauburg allerdings nur mit 40,1 Prozent (Dietz: 34,9 Prozent). Gerhard Becker (SPD) hatte bei der Wahl 2003 dort 43 Prozent der Stimmen geholt. Das beste Ergebnis erzielte Gnadl mit 47,3 Prozent in Florstadt – ausgerechnet in der Stadt, dessen SPD-Chef Stefan Lux sie in der internen Abstimmung um die Kandidatur abgehängt hatte. Knapper war es in Altenstadt und Ranstadt, wo Gnadl nur 54 und 43 Stimmen mehr als Dietz erhielt.
Der Bad Nauheimer, der sich durch die neuen Zuschnitte der Wahlkreise nun »ortsfremd« bewarb, erzielte mit 43,5 Prozent sein bestes Ergebnis in Kefenrod (Gnadl: 34,7 Prozent). »Ich war motiviert bis in die Haarspitzen«, sagte er kurz nach Bekanntgabe des Endergebnisses. »Zweiter Sieger zu sein, ist nicht das Angenehmste.« Die starken Verluste bei der Zweitstimme hätten sich auch auf die Erststimme ausgewirkt.