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»Todkranke« Maya – oder haltlose Vorwürfe?

Artikel vom 04.02.2012 - 15.20 Uhr

»Todkranke« Maya – oder haltlose Vorwürfe?

Friedberg-Ockstadt (ütz). »Todkrank«, »schockierender Anblick«, »skrupelloser Zirkusdirektor« – die Tierrechtsorganisation PETA hat am Freitag schwere Geschütze gegen den in Ockstadt angesiedelten Zirkus Universal Renz aufgefahren: Der lasse die Elefantendame Maya verkommen. Renz weits die Vorwürfe zurück.

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Verletzt: die Elefantendame Maya. Aber »todkrank«, wie PETA meint, sei das Tier nicht, so das Veterinäramt. (Foto: PETA)
sie sei von Abszessen und Infektionen übersäht und habe am Fuß eine dicke Schwellung. Notwendige Medikamente würden dem Tier vorenthalten. Dem Veterinäramt in Friedberg wird indirekt Untätigkeit vorgeworfen, weil es der Forderung von PETA nicht nachkommt, Maya sofort beschlagnahmen zu lassen und in einer zoologischen Einrichtung unterzubringen. Sowohl das Veterinäramt als auch Zirkusdirektor Daniel Renz haben die Vorwürfe zurückgewiesen.

 

Es sei ein schockierender Anblick gewesen, der sich PETA-Ermittlern in der Halle auf dem Renz-Grundstück in Ockstadt geboten habe, meldete gestern der Medienkoordinator von PETA, Bartek Langer. Dort müsse »die todkranke Elefantendame Maya ausharren, vereinsamt und sichtlich apathisch«. Seine Organisation habe umgehend das Veterinäramt in Friedberg informiert, doch dort wolle man auf einen österreichischen Tierarzt warten, der diese Woche zeitlich verhindert sei. »Ein Besuch des Veterinäramts erst in der kommenden Woche könnte für Maya bereits zu spät sein«, so Langer. PETA fordere daher die sofortige Beschlagnahmung des Elefanten und eine Unterbringung in einer zoologischen Einrichtung, wo eine intensive medizinische Betreuung erfolgen müsse.

Bis Anfang Januar habe die Elefantendame noch mit dem Zirkus von Ort zu Ort reisen müssen. Erst nachdem PETA kurz vor Weihnachten das Veterinäramt in Duisburg über Mayas Zustand informiert habe, habe das Amt ein Auftritts- und Dressurverbot für den kranken Elefanten verhängt.

Maya müsse sofort beschlagnahmt werden, um ihr Leben zu retten, fordert Peter Höffken, Kampagnenleiter bei PETA. Notwendige Medikamente würden dem Tier »unseren Recherchen zufolge ebenso vorenthalten wie ordentliches Futter«. Maya esse nicht mehr, und ihr Rüssel hänge schlaff herunter: »Der skrupellose Zirkusdirektor Daniel Renz scheint Maya wohl schon abgeschrieben zu haben.« PETA fordere das Veterinäramt in Friedberg auf, Renz die Genehmigungen zur Zurschaustellung von Tieren zu entziehen, »was längst hätte geschehen müssen«.

Daniel Renz, der es schon öfters mit PETA zu tun bekam, weist die Vorwürfe entschieden zurück. Man sei zur Zeit auf Tournee, und Maya habe noch den Weihnachtszirkus in Duisburg mitgemacht. Dort habe sie sich eine Nagelbettentzündung am rechten Fuß geholt, woraufhin man sie vor etwa drei Wochen zurück nach Ockstadt gebracht habe: »Dort hat sie ihre warme Halle und ist gut versorgt.« Den Rücktransport von Duisburg nach Ockstadt habe der österreichische Spezialtierarzt begleitet. Er habe Maya versorgt und werde in der nächsten Woche erneut kommen, um sich den Elefanten anzusehen.



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