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»Spinnstubb« der Hausfrauen will an eine Tradition erinnern

Artikel vom 09.03.2010 - 16.37 Uhr

»Spinnstubb« der Hausfrauen will an eine Tradition erinnern

Friedberg (har). Jeden zweiten Montag im Monat treffen sich um die 35 Frauen aus den Reihen des Hausfrauenverbands im Studio der Stadthalle, um dann einen Nachmittag lang gemeinsam zu stricken und zu häkeln. So auch am Montagnachmittag. Doch diesmal war es ein besonderes Treffen, denn die »Spinnstubb«, so der Namen der Gruppe, besteht genau seit zehn Jahren.
Ein Teil der Gruppe mit Gründerin Elsbeth Rühl, »Spinnstubb«-Leiterin Rosemarie Reitz und der Hausfrauenverbandsvorsitzenden Wal
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Ein Teil der Gruppe mit Gründerin Elsbeth Rühl, »Spinnstubb«-Leiterin Rosemarie Reitz und der Hausfrauenverbandsvorsitzenden Waltraud Schmidt (5. bis 7. v.l.). (Foto: Schuchardt)
Die Idee zu der Gruppe hatte die damalige Vorsitzende Elsbeth Rühl. So trafen sich am 20. März 2000 knapp 20 Frauen im Partykeller der Familie Rühl in Dorheim und nannten ihre Gruppe »Spinnstubb«, auch »wenn bei uns höchstens im Kopf mal gesponnen wird«, sagte ein Gruppenmitglied lachen.

»Früher trafen sich die Frauen auf den Ortschaften immer beim Spinnen, und an diese Tradition wollten wir einfach erinnern«, erzählt Elsbeth Rühl, die im Jahr 2003 die Leitung der »Spinnstubb« an Rosemarie Reitz übergab. Zu dieser Zeit trafen sich die Frauen schon im Studio der Stadthalle, denn die Zahl stieg stetig an.

»Zur Zeit sind wir gut 35 Frauen; leider sind schon einige verstorben, und andere können aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kommen«, erzählt Rosemarie Reitz. Jede Frau macht das, wozu sie gerade Lust hat. So werden vor Ostern Hardanger-Eier hergestellt oder Tischdecken bestickt. »Ich stricke gerade meinen Jahrhundertpullover«, berichtet eine Teilnehmerin schmunzelnd. Auch werden immer wieder Socken, Strümpfe, Schals oder Westen gestrickt. Andere besticken Tischdecken mit kunstvollen Mustern, und auch die japanische Occhi-Kunst beherrschen einige Frauen.

Vor Weihnachten findet ein »Weihnachtscafé« statt, und in einem Basar wird das im Jahr Gestrickte verkauft, soweit es nicht für den eigenen Gebrauch oder für die Enkel bestimmt war. Im Herbst wird nach Bad Nauheim gewandert. Beim gemeinsamen Stricken wird viel erzählt und Kaffee getrunken, und dazu bringen einige Frauen gebackene Kuchen mit. »Wir haben hier viel Spaß, und den werden wir auch weiterhin haben«, ist sich Rosemarie Reitz sicher.

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