Ockstädter Nein zu Trinkwasserwünschen des Golfclubs
Friedberg-Ockstadt (ini). Hauptthema der Sitzung des Ortsbeirates am Donnerstagabend in der Verwaltungsaußenstelle war ein Antrag des Golfplatzbetreibers, für die Beregnung der Grünflächen Trinkwasser zu verwenden. Mit sieben Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen verwies der Ortsbeirat die Vorlage des Magistrats, der eine Belieferung durch die Stadtwerke befürwortet, zurück.
Noch mehr Spieler möchte der Golfplatzbetreiber willkommen heißen, wenn grüne Fairways durch Beregnung mit Trinkwasser sichergestellt sind. (Foto: Martini)
»Trinkwasser ist unser höchstes Gut«, führte Ortsvorsteher Günther Weil aus. »Es sollten Alternativen für die Wasserversorgung des Golfplatzes geprüft werden.« Als eine Möglichkeit, statt Trinkwasser zu verwenden, wurde der Bau von Rückhaltebecken angesprochen.
Bis zu 30 000 Kubikmeter Wasser pro Jahr möchte der Betreiber des Golfplatzes bei Bedarf aus dem Leitungsnetz der Stadtwerke beziehen. Damit sollen die Fairways, die Grünflächen, bei Trockenheit beregnet werden. »Das ist ein Antrag, um die Anlage attraktiv zu halten, damit Spieler kommen«, erklärte Erster Stadtrat Peter Ziebarth, der neben Dr. Christiane Pfeffer, Leiterin des Liegenschaftsamtes, dem Technischen Leiter der Stadtwerke, Klaus Detlef Ihl, und Kai Schütz vom Ingenieurbüro Unger, das eine Studie zu den Auswirkungen der Wasserlieferung auf die Trinkwassersituation in Ockstadt erstellt hatte, den Ortsbeiratsmitgliedern und auch den Besuchern der Sitzung Rede und Antwort stand.
Rund 60 000 Spiele werden pro Jahr auf dem Golfplatz gespielt, den einer der Zuhörer als einen der attraktivsten in Deutschland bezeichnete. Diese Attraktivität sinke, wenn durch Wind und mangelnden Regen die Fairways vertrocknen. Das Ausbleiben der Spieler bedeute nicht nur Verluste für den Betreiber, der Golfplatz sei aufgrund der geschaffenen Arbeitsplätze auch für die Stadt von Bedeutung, so das Mitglied des Golfclubs.
Der Ortsbeirat sah das Ansinnen dagegen kritisch. Weil verwies auf den Vertrag mit dem Golfplatzbetreiber aus dem Jahr 2000, in dem als Voraussetzung für den Bau festgeschrieben ist, dass für die Beregnung nur Oberflächenwasser aus Speicherteichen verwendet werden darf. Trotzdem sei schon Wasser aus dem Straßbach entnommen worden. »Wir sind vom Golfplatzbetreiber enttäuscht worden, das Vertrauen der Ockstäder ist erheblich gestört«, artikulierte Weil die Bedenken vieler Bewohner des Stadtteils, dass zulasten der Versorgung der Bevölkerung immer mehr kostbares Trinkwasser auf dem Grün verteilt wird.
Die Ockstädter sind stolz auf ihre Eigenwasserversorgung mit Taunuswasser aus dem Brunnen Ockstadt. Zwar soll die Förderung dieses Brunnens nicht erhöht werden, doch wenn der Golfplatz Trinkwasser aus den Leitungen bezieht, muss zum Ockstädter Brunnenwasser Wasser aus der Ovag-Leitung aus Ober-Mörlen beigemischt werden.
In der Sitzung des Ortsbeirats waren drei Zuschauer, die sich für das "Problem" interessierten. Kann es sein, dass da Leute gerne von einem Krieg schreiben würden, aber keiner geht hin?
(09.03.2010 16:56)
bla
Geniale Argumentationskette ..
Hat da vielleicht der Ockstädter Ortsbeirat neidvoll gegen den Golf spielenden und Natur schützenden Großteil der Bevölkerung entschieden und gefährdet damit gar den Erhalt eines Biotops und die Existenz von Kröten, Vögeln, Direktvermarktern und der Stadt Friedberg? Droht jetzt Massenarbeitslosigkeit, auch über Ockstadt hinaus? Wo heute kurzgeschorener Golfrasen im Sommer nach Wasser lechzt um grün zu bleiben, war vorher das, was jetzt als "Ausgleichsfläche" existiert. Und das ganz ohne künstliche Bewässerung! Damit der Golfrasen grün bleibt werden, wie richtig erkannt, die "Teiche" gewaltsam trockengelegt und die bedauernswerten Kröten hüpfen dann im Takt der Ballabschläge durch die vertrockneten Ausgleichsflächen und vertreiben die Vögel?! Und um die Kröten zu retten und die Vögel zu schützen ist es ja auch legitim, entgegen einer Absprache, Wasser aus dem Bach zu pumpen. Wenn Ockstadt nunmal einen Brunnen hat und das Wasser nunmal zum Klospülen und Autowaschen benutzen möchte, dann könnte ja der Betreiber entweder tiefere oder größere Teiche baggern oder den Anteil an kurzgemähter Rasenfläche verringern. Möglicherweise ist das Ockstädter Schwimmbad deswegen noch nicht geschlossen, weil das Quellwasser eben nicht zum Bewässern von "Ausgleichsflächen" genutzt wird. Und vielleicht gibt es deshalb Obst aus Ockstadt, weil mit dem Bachwasser nicht der Golfrasen gewässert wird.
(08.03.2010 18:04)
B:Messerschmidt
Schlecht so !
Vielleicht war es der falsche Ansatz des 1. Stadtrates bzw. die irrige Berichterstattung, welche den Wunsch nach mehr "Greenfeespielern" in den Mittelpunkt stellte. Vielleicht war es auch der Begriff " Trinkwasser", der suggeriert, dass die Ockstädter Bevölkerung im nächsten Sommer verdurstet. Dem ist sicher nicht so. Mit dem gleichen Nass werden im Sommer z.B. Gärten gesprengt, Autos gewaschen und Toiletten gespült. Und noch was. Wenn wir eine Trinkwasserknappheit hätten, wäre das Ockstädter Schwimmbad schon längst geschlossen ! Es geht dem Golfclub, bzw. dem Betreiber unter anderem darum, die Neuanpflanzungen, die als Vorgabe des Bebauungsplanes gefordert waren, über Ausnahmesommer zu bringen, wie sie in 2007 und 2008 Tatsache waren. Des Weiteren gilt es auch, einen sogenannten "weichen Standortfaktor" von hoher Qualität zu erhalten. Auch glaube ich nicht, dass die Ockstädter Direktvermarkter und Ladenbesitzer, die im Sommer viele Golfer zu ihren Kunden zählen, über weniger Frequenz glücklich wären. Leider leben wir in einer Neidgesellschaft und das wird bei dieser Entscheidung deutlich. Werden im Herbst von den gleichen Leuten, die sich in Leserbriefen gegen die Wasserlieferung aussprechen, Kröten über die Strasse getragen um diese zu retten, lässt man die gleichen Tiere auf dem Golfplatz in trockenen Teichen verenden. Fordert man heutzutage in Neubaugebieten die Anlage von Biotopen, werden diese auf dem Golfplatz im Sommer mit Gewalt trockengelegt und die im Frühjahr reichlich vorhandene Vogelwelt vertrieben. Und noch etwas. Wenn der vorige Kommentator fragt, wo die Arbeitnehmer ( Friedberg ? ) herkommen zeigt, dass er offenbar nicht über den Horizont von Ockstadt hinwegsieht. Steuern von Mitarbeitern des Golfplatzes und der Gastronomie kommen allen Friedbergern und der Stadt zu Gute. Fazit: Die Entscheidung des Ortsbeirates war kleinkariert, unflexibel und rückwärtsgewandt. Sie spiegelt meines Erachtens nicht die Meinung eines Großteils der Bevölkerung wieder, die gerade im Sommer auf der Aussichtsterrasse gerne den schönen Ausblick genießen und dort Familienfeiern abhalten.
(06.03.2010 20:35)
bla
Gut so!
Es ist unglaublich, dass der Magistrat das Trinkwasser der Bevölkerung für die Bewässerung "eines der attraktivsten Golfplätze" Deutschlands verteilen will! Und das nur um noch mehr "Golfer" auf den Golfplatz zu bringen! Das bedeutet: - mehrVerkehr - breitere Straße - größeren Parkplatz - mehr Gäste - mehr Energieverbrauch für die Bewirtung für wieviele Arbeitsplätze (mit Arbeitnehmern aus Friedberg)? Irgendwie ist es auch unverschämt, eine Abmachung nicht einzuhalten und Wasser aus dem Bach zu entnehmen! Ockstadt - echt gut gemacht!