Kaiserstraße: Ständige Gespräche und »Nachjustierungen«
Friedberg (ütz). »Wir sind positiv überrascht«, sagt der Leiter des Ordnungsamts, Jürgen Schlerf. Gegenstand des Erstaunens sind die Arbeiten zur Fahrbahnerneuerung der Kaiserstraße, die am Mittwoch - nach den Vorarbeiten wie Absperrungen und Schilder aufstellen an den beiden Vortagen - mit dem Abfräsen der Asphaltschicht auf der westlichen Fahrspur begonnen haben.
Eintägiges Gastpiel am Mittwoch: die Fräsmaschine. (Foto: Alexandru)
Was, außer der Baufirma vielleicht, keiner gedacht hätte: Das geschah am Mittwoch in einem Rutsch im Abschnitt Burg-Ockstädter Kreuz; bereits am frühen Nachmittag konnte die Fräsmaschine wieder auf den Lkw zum Abtransport geladen werden. Durch das Abfräsen ist das Kopfsteinpflaster nicht komplett, aber teils großflächig freigelegt. Die Kaiserstraße bietet daher gegenwärtig ein Bild wie vor fast 75 Jahren: Sie war 1936/37 erstmals asphaltiert worden.
Gestern waren die Randbereiche mit den Rinnen an der Reihe. Wie der Bauleiter der Firma Moll, Lothar Arnold, berichtete, wurden durch das Abfräsen am Mittwoch einige Schäden im Pflaster offenbart, sogenannte Durchbrüche. Die seien vermutlich durch das Verlegen von Versorgungsleitungen oder auch Setzungen entstanden. Diese Stellen bekommen am heutigen Freitag einen neuen Unterbau, damit die neue Asphaltdecke aufgetragen werden kann, ohne dass man befürchten muss, dass sie sich in diesen Bereichen absenkt.
Zu beobachten ist, dass die Absperrungen an den Gehwegen an verschiedenen Stellen verschoben sind, sodass Fußgänger - von den drei offiziellen Übergängen an der Burg, an der Wolfengasse und am Ockstädter Kreuz abgesehen - die Kaiserstraße und damit auch die Baustelle überqueren können. »Das machen die Leute immer wieder«, so Arnold, der ein Auge zudrückt, solange die Passanten den Baufahrzeugen und Arbeitern nicht in die Quere kommen. Am Montag allerdings wird die Baufirma darauf achten, dass die Gatter dicht bleiben: Da wird ein Kleber auf die abgefräste Fahrspur aufgetragen, und der darf nicht betreten werden.
Ehe es am Donnerstag auf der östlichen Kaiserstraße mit den Arbeiten weitergeht, wird am Dienstag die neue Deckschicht aufgetragen, ebenfalls in einem Aufwasch. Da sie nicht befahren werden darf, kommen die Bewohner der westlichen Altstadt für diesen Tag nicht mit ihren Fahrzeugen aus ihrem Viertel heraus. Im Ordnungsamt überlegt man daher, die Seewiese für die Anwohner zu öffnen, wie Schlerf berichtet.
Er war am Mittwoch gemeinsam mit Vertretern der Stadt, des Amts für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) Gelnhausen, der Geschäftswelt und der Baufirma vor Ort gewesen, um die Lage zu sondieren und »Nachjustierungen« vorzunehmen. Zwar befand Schlerf, dass »es gut läuft« und Geschäftsinhaber und Passanten erstaunt gewesen seien, wie relativ leise und staubfrei - und schnell - die Fräsmaschine arbeitete. Gleichwohl gab es auch Mängel zu erörtern. So hatte die Baufirma versehentlich die Neuhausgasse abgesperrt. Über die sollen aber die Anwohner der westlichen Altstadt herausfahren können, während es über die Hospitalgasse in ihren Bereich hineingeht. So wurde also am Mittwoch die Neuhausgasse wieder »freigelegt«, während die Sperrung der Neutorgasse volle Absicht ist und beibehalten werden soll, wie Schlerf berichtet.