Friedberg (ütz). Die spektakuläre Aktion zur Bergung der abgeknickten Spitze des Adolfsturms hat gestern Vormittag ein glückliches Ende gefunden. Nachdem Mitarbeiter der Mühlheimer Firma PIGO Extremtechnik die herunterhängende, etwa vier Meter lange Stange der Wetterfahne am Dienstag mit Seilen gesichert hatten, gelang es nun, sie vorsichtig auf den ersten Umgang des Turms herunterzulassen.
Auf dem Weg nach unten: Mitarbeiter der Firma sichern die Fahnenstange samt Sockel draußen, während die im Inneren von ihren Kollegen langsam herabgelassen wird. (Fotos Nici Merz)
Friedberg (ütz). Die spektakuläre Aktion zur Bergung der abgeknickten Spitze des Adolfsturms hat gestern Vormittag ein glückliches Ende gefunden. Nachdem Mitarbeiter der Mühlheimer Firma PIGO Extremtechnik die herunterhängende, etwa vier Meter lange Stange der Wetterfahne am Dienstag mit Seilen gesichert hatten, gelang es nun, sie vorsichtig auf den ersten Umgang des Turms herunterzulassen. Dort wurde der zentnerschwere Steinsockel, der noch an ihr hing, abgesägt. Außerdem wurden die losen Steine in den oberen Reihen der Turmspitze gesichert; sie sollen am heutigen Donnerstag richtig befestigt werden. Am frühen Nachmittag wurde die Evakuierung der Bewohner der Häuser unterhalb des Turms aufgehoben.
Vor Ort war gestern auch der Firmeninhaber, Uwe Piur. Er richtete am Morgen noch kritisch den Blick nach oben: »Wir wollen versuchen, die Stange so zu sichern, dass wir sie vom Inneren der Turmspitze aus herunterlassen können«, sagte er. Die Turmspitze ist bis oben ein Hohlraum und war lediglich von dem Steinsockel, durch den die Fahnenstange führt, bedeckt.
Da der Sockel mit der Stange abgeknickt war, war ein Loch entstanden, durch das die Seile gesteckt und von den Männern im Inneren gehalten werden konnten. So wurden Stange und Sockel langsam, draußen in schwindelerregender Höhe zusätzlich von zwei Mitarbeitern gesichert, langsam heruntergelassen.
Wie hernach einer der Extremkletterer erzählte, war im Inneren ein kleiner T-Träger komplett weggerostet. »Die Halterung der Fahnenstange hing nur noch in den Basaltsteinen und hat hin- und hergewackelt.« Nicht nur das gesamte Halterungssystem müsse erneuert, sondern auch die fünf oberen Reihen des Gemäuers auf der Spitze gründlich saniert werden.
Die Aktion fand ein außergewöhnliches Medien-Interesse. Kamerateams von mehreren Fernsehsendern waren vor Ort, dazu Reporter von Radiosendern. Auch Schaulustige aus der Stadt fanden sich immer wieder ein und verfolgten das Geschehen auf dem Turm.
Wie Firmenchef Piur berichtete, war es für ihn und seine Mitarbeiter jedoch keine ungewöhnliche Aufgabe: »Drei bis vier Kreuze auf Kirchtürmen haben wir im Jahr zu bergen; die anderen Aufträge sind ähnlich.« Dennoch habe es wegen der Gefahr, dass sich die Stange samt Sockel doch noch löst, gegolten, »sehr ruhig und sehr vorsichtig« zu Werke zu gehen.