Fahrgastbeirat Wetterau kritisiert Tariferhöhung beim RMV
Wetteraukreis
(pm). In einer Resolution hat der Fahrgastbeirat Wetterau die jüngste Preiserhöhung beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) kritisiert.
Wie das Sprechergremium um Christian Klein, Lars Kühnemund und Jürgen Priem schreibt, verschlimmere die zum Fahrplanwechsel im Dezember vollzogene Tariferhöhung die Situation für die Fahrgäste weiter. Bereits seit vielen Jahren sei in mehreren Tarifvergleichen zwischen Verkehrsverbünden in Deutschland nachgewiesen worden, dass der RMV-Tarif 25 bis 30 Prozent teurer sei als in anderen, vergleichbaren Regionen.
Zwar sei das Angebot der Tageskarte aufgewertet worden, allerdings bestehe nach wie vor ein »absolut entschieden zu hohes Preisniveau mit teils undurchsichtiger und willkürlicher Preisgestaltung«. Hinzu kämen ungerechtfertigte Preissprünge von der Tarifstufe 4 auf 5 sowie hohe Kosten der Kinder-Einzelkarten und Schüler-Monatskarten. Außerdem werde der Kurzstreckentarif immer noch nicht in allen Tarifgebieten und Landkreisen zur Anwendung gebracht. Seit Bestehen des RMV sei in nur zwölf Jahren das bereits im Vergleich zu anderen Verbünden hohe Tarifniveau um weitere 25 bis 40 Prozent angehoben worden.
Etwa 56 Prozent der Gesamtkosten seien durch das Fahrkartengeschäft finanziert, damit gehöre der RMV in die Spitzengruppe der am besten durch die Fahrgäste bezahlten Verkehrsverbünde in Deutschland, heißt es in der Resolution. Diese »Benutzerfinanzierung« könne nicht das Ziel von Verbundverantwortlichen und Politiker sein, glauben die Unterzeichner.
Auch das Angebot für die Bus- und Bahnfahrer stehe in keinem Verhältnis zu den Kosten. Viele Busse und Züge seien überfüllt, es gebe auf vielen Strecken und Linien Fahrplandefizite mit Taktlöchern, und nach wie vor fehle der Sonntagsverkehr von Friedberg ins Oberzentrum Hanau. Auch seien mehrere Stationen noch nicht barrierefrei ausgebaut, unter anderem wichtige Knotenpunkte wie Friedberg.
Der Fahrgastbeirat fordert von der Politik, das jetzige Tarifniveau einzufrieren und auch 2012 nicht zu erhöhen. Auch sollten Zug- und Busfahrten nicht gestrichen werden. Zudem müssten mehr Steuermittel in den ÖPNV fließen.