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Eine lange Veranstaltung ohne Längen

Artikel vom 01.03.2010 - 20.25 Uhr

Eine lange Veranstaltung ohne Längen

Nicht nur bei der Kerb wurde in Ockstadt kräftig gefeiert, wie Walter Kipp und Alfons Dienst erzählten. Da wurde oft über die Stränge geschlagen und manchmal sogar der Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch glatt vergessen. »Da haben wir bei einem Freund am frühen Morgen Eier gegessen, und die Hausschuhe des Vaters landeten im Ofen«, erzählten die beiden.

»Grüne« Fronleichnamszüge

Vieles über die kirchlichen Bräuche am Jakobustag oder beim Großen Gebet konnte auch Dr. Werner Schaaf berichten. Er erinnerte an die Fronleichnamszüge durch die »grünen« Straßen und Gassen, denn »damals wurden die Wiesen vor Fronleichnam das erste Mal nach dem Winter gemäht und das Gras auf die Straße gestreut«. In den 60er Jahren kamen dann noch große Blütenteppiche hinzu.

Dass es vor dem Zweiten Weltkrieg ganz unterschiedliche Traditionen in den katholischen Pfarreien gab, wurde deutlich bei den Kindheitserinnerungen von Walter Nikolai, der in Ober-Wöllstadt aufgewachsen war. Aufgelockert wurden die Erzählungen über Osterbräuche oder der Gewürz- und Kräuterweihe an Christi Himmelfahrt mit gemeinsam gesungenen Liedern, begleitet vom jungen Elias Künstler am Keyboard.

Heringe und Grüne Soße

Die Talkblöcke waren nur ein Teil des Abends, denn zu den Ockstädter Bräuchen gehört auch gutes Essen, und so wurde ein der Fastenzeit angemessenes Menü gereicht. Dieses wurde mit einer Lauchcremesuppe eingeleitet. Beim Hauptgang konnten die Besucher zwischen eingelegten Heringen und Grüner Soße mit Pellkartoffeln und Ei wählen, und die in Ockstadt traditionelle Zitronencreme beschloss den Gaumenschmaus, für den das »Pfarrfestküchenteam« um Willi Schnaubelt verantwortlich zeichnete.

Alle rund 40 Akteure und Helfer erschienen zum Finale auf der Bühne, und ihnen dankte Jürgen Klein, Obmann des Pfarrverwaltungsrates und Verantwortlicher für diese Reihe. Abschließend hatten Schnaubelt und sein Team noch eine Überraschung parat, indem er zu frisch gebackenem »Ribbelkuche« und Kaffee einlud. Auch wenn es da schon kurz nach halb elf war, verließ kaum ein Besucher den Saal.

Mit dem spätabendlichen Kaffeetrinken endete eine Veranstaltung, die zu keiner Sekunde Längen hatte, obwohl sie »länger gedauert hatte als die Faschingssitzung im Bürgerhaus«, wie ein Besucher bemerkte.



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Artikel vom 01.03.2010 - 20.25 Uhr
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