Friedberg (caj). Seit Dienstagabend schmücken den Spielplatz an der Lutheranlage drei brandneue Bewegungsgeräte für Senioren.
Hendrik Hollender testet das »VitaGym«; Peter Hähn erläutert das Bauchmuskel-Training.
»Die Geräte sind für jeden gedacht, der sich in der freien Natur bewegen möchte«, sagte Hans-Helmut Hoos, Vorsitzender des Seniorenbeirats, bei der gestrigen Einweihungsfeier, und überreichte einen Blumenstrauß an seine Vertreterin, die 2. Vorsitzende Ursula Nohl. Sie habe die Geräte beim Diakoniefest letztes Jahr ausprobiert und besonderen Einsatz gezeigt, dass die nötigen Spendengelder zusammen kommen. Nur einige 100 Euro fehlten noch, um ein viertes Gerät auf den »Spielplatz für Ältere« installieren zu können. »Ich bin überzeugt, dass wir das Geld bis heute Abend zusammenbekommen«, zeigte sich Hoos optimistisch.
Auch Bürgermeister Michael Keller freute sich über diese Möglichkeit der »Bewegung für Körper und Geist« im Zentrum der Stadt. »Die Zeit, in der Senioren nur Kaffee trinken und Kuchen essen, ist vorbei«, sagte Keller und versprach, den Spielplatz regelmäßig zu besuchen. Ähnliche Geräte kennt der Rathauschef aus China und San Francisco: »Mal sehen, wie die Friedberger das nutzen.«
»Es ist für eine Stadt ein unvorstellbarer Wert, solch engagierte Mitbürger zu haben«, lobte Pfarrerin Susanne Domnick von der evangelischen Kirchengemeinde die ehrenamtliche Initiative rund um die Finanzierung der Bewegungsgeräte und gab das (gesungene) Wort an Alleinunterhalter Gerardo aus Hofheim. Dieser hatte sich passend zur Einweihung ein paar Strophen ausgedacht. »Eigentlich muss ich sagen, Fitness tut allen gut«, wusste Gerardo und drehte am Rad seines Leierkastens. »Mit diesen Geräten sagen wir den Orthopäden ade«, mutmaßte der Alleinunterhalter gar. Er heimste Lacher und zustimmenden Beifall der Besucher ein. Nachdem Orthopädie-Meister Peter Hähn anhand seines mitgebrachten Skeletts veranschaulicht hatte, »warum wir uns ohne Bewegung gar nicht aufrecht halten können«, durften die Bewegungsgeräte ausprobiert werden.
»Man kann jede Menge verschiedener Übungen machen«, demonstrierte Neset Ciftci von der Lieferfirma seine Erfindungen.
Während Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender die Gelegenheit nutzte, um an einem der Geräte seine Bauchmuskeln zu trainieren, versuchte sich die Friedbergerin Johanna Hermann im aufrechten Gang auf dem »TwistGym«. »Ich wohne genau nebenan, also werde ich die Geräte auf jeden Fall nutzen«, sagte die Friedbergerin lächelnd und fügte hinzu: »Das kann man gut in den Alltag integrieren.«
»Das Spendensammeln war mühselig«, gab die Initiatorin der Anlage, Ursula Nohl, zu. »Aber ich freue mich, dass wir die Geräte jetzt haben.«