Friedberg (geo). Ein Liederabend über Zeitreisen, die Vergänglichkeit und die ewige Liebe? Es gibt ihn tatsächlich. Mit der Premiere von »Zeit-Los« präsentierte der Frankfurter Frauenchor Choralle Musik und Tanz zum Internationalen Frauentag 2010. Für die Veranstaltung konnte mit der Diskothek Central-Studio ein außergewöhnlicher Ort gefunden werden.
Der Liederabend wurde vom Fachdienst Frauen und Chancengleichheit des Wetteraukreises und der Frauenbeauftragten der Stadt Friedberg, Susanne Manderla, in Kooperation mit ver.di veranstaltet. Seit 1911 ist der Internationale Frauentag weltweit ein Tag der Solidarität für gleiche und bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für Frauen.
Viele Themen von damals sind heute noch aktuell, wie die ungleiche Entlohnung von Frauen und Männern. »Die Zeit ist seit jeher ein Frauenthema und passt sehr gut zum Internationalen Frauentag«, bezog sich Landrat Joachim Arnold auf den Programmtitel. Zum Thema passend, zeigte er drei Aspekte auf. Zeitdruck und Zeitstress stünden häufig für ungelöste Vereinbarkeitsprobleme. Arbeits-, Kinderbetreuungs-, Schul- und Pflegezeiten müssten miteinander koordiniert werden. Zeittakte würden im Privaten überwiegend von Frauen gelöst. Arnold sprach auch die Wertigkeit von Erwerbs- und Fürsorgearbeit als traditionelles Gleichberechtigungsthema an. Zeit für Kinder und Zeit für Hilfsbedürftige müsse einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft erhalten.
Eine Ursache, dass Frauen in politischen Gremien und Ämtern noch unterrepräsentiert seien, liege an ihrer Doppelzuständigkeit für Erwerbs-und Fürsorgearbeit und damit auch an mangelnden Zeitressourcen. Zeit und Lebensqualität spiele als dritter Aspekt eine wichtige Rolle. Bei der Frage um Zeit gehe es auch um Qualität, um gute Arbeitsplätze und Betreuungsangebote, gemeinsame Freizeiten und gemeinsames Erleben.
In Anbetracht all dieser drängenden Zeit-und Lebensfragen, freuten sich die Gäste auf die musikalische Zeitreise mit Choralle. Die rund 30 Sängerinnen boten eine musikalische Bandbreite von Pop und Jazz über Abba und Sting, bis hin zur Rocky Horror Picture Show. Unter der Leitung von Hanna Klein sangen sie a-cappella mit Klavierbegleitung von Elisabeth Süßer. Dabei wurde die Musik mit literarischen Texten bereichert und kam frisch, frech, witzig und poppig daher. Mit Zeitetüden, kurzen Texten und Gedichten, mit Illusionen und Sprechchören verkörperten die Sängerinnen die ganze künstlerische Vielfalt des Frauseins. Da gab es ernsthafte Überlegungen zum Sprichwort »Zeit ist Geld!«, Gedanken zur Welt der ewigen Wiederkehr, Zeitrechnungen und Feststellungen wie »Die Zeit ist das Maß der Bewegung!«
Im Anschluss an das Konzert lud Djane Ulla zum Tanz und zu einem Abend mit viel Zeit ein.