Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Kreis » Städte und Gemeinden » Friedberg »

Betrieb des Freibads im Sommer mit Fragezeichen

Artikel vom 20.01.2012 - 14.41 Uhr

Betrieb des Freibads im Sommer mit Fragezeichen

Friedberg-Ockstadt (ütz). Eine betrübliche Nachricht für die Freunde des Ockstädter Freibads hat Bürgermeister Michael Keller gemeldet: Die Mauern des Beckens sind in ungefülltem Zustand nicht standsicher. Konsequenz: In der Wartungs- und Reinigungszeit darf das Schwimmbad nicht betreten werden.

utz_schwimmbad_200112_4c_1
Lupe - Artikelbild vergrössern
Muss möglicherweise im Sommer geschlossen bleiben: das Ockstädter Quellwasser-Schwimmbad. Die Wände des Beckens sind in leerem Zustand nicht standsicher. (Foto: nic)
Derzeit sei es nicht absehbar, ob das Bad im Sommer in Betrieb gehen kann, so Keller.

Wie der Bürgermeister gestern berichtete, hatten die Stadt und der Ockstädter Schwimmbad-Förderverein das Becken mit seinen Mauern und der Bodenplatte im vergangenen Jahr untersuchen lassen. Das Ergebnis des Schönecker Ingenieurbüros Schütz wurde zunächst im Dezember dem Magistrat und jetzt dem Ortsbeirat und den Mitgliedern des Fördervereins vorgestellt. Das Büro habe, berichtet Keller, gegraben und gebohrt und statt Bindemittel öfter nur Sand gefunden.

Es habe sich herausgestellt, dass die Seitenwände des Schwimmbeckens kein Widerlager hätten, um den Erddruck in ungefülltem Zustand aufzunehmen. Die Gutachter hätten klar zu verstehen gegeben, dass es eine kurzfristige Lösung dieses Hauptproblems nicht gebe. Er habe daher, so der Bürgermeister, Magistrat, Ortsbeirat und Förderverein aufgefordert, sich mit ihren Vorstellungen an die Stadt zu wenden, die diese Ideen mit in ihre Überlegungen zum Umgang mit dem Problem aufnehmen werde.

Keller erinnert daran, dass das Freibad vor rund 60 Jahren aus einem Löschteich der Feuerwehr entstanden war. Wie es damals üblich gewesen sei, sei beim Bau viel in Eigenleistung geschaffen worden: »Ockstädter Bürger gruben unter Leitung der Freiwilligen Feuerwehr im Sommer 1950 den Löschteich zu einem Becken von 25 mal 20 Metern und drei Meter Tiefe aus.« Eine statische Berechnung des Beckens, seiner Bodenplatte und der Seitenwände liege, falls sie überhaupt erfolgt sei, heute nicht mehr vor. »Und in welcher Qualität in einer Zeit gearbeitet wurde, als ein Sack Zement ein weitaus wertvolleres Gut als heute war, darüber kann man heute nur noch spekulieren«, so Keller.

Jedenfalls habe das Schönecker Büro die Mängel festgestellt und die klare Aussage der Gutachter, dass das Bad in der Wartungs- und Reinigungszeit, wenn das Becken nicht wassergefüllt ist, nicht betreten werden dürfe, sei von den Anwesenden mit Betroffenheit aufgenommen worden. Denn das Urteil der Gutachter bedeute auch, dass es derzeit nicht absehbar sei, ob das Bad in diesem Sommer in Betrieb gehen kann.

Er habe mit den beiden Sachverständigen darüber diskutiert, mit welchen Maßnahmen die Standsicherheit hergestellt werden kann, berichtet der Bürgermeister. Dabei sei deutlich geworden, dass jede Maßnahme ingenieur- und betriebstechnisch und auf ihre finanziellen Auswirkungen zu überprüfen sei.

Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 20.01.2012 - 14.41 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang