Frankfurt/Bad Vilbel (pm). Gartenliebe auf den ersten Blick widerfuhr einst der inzwischen verstorbenen Eleonore Beiser, die ihr gesamtes Vermögen von 200 000 Euro dem Palmengarten vermachte. Die Hälfte davon soll nun den Grundstock für eine zu gründende Stiftung bilden.
Übergabe des »Gründungsschecks« für die neue Stiftung: (v.l.) Dr. Vera Bloemer, Uni-Präsident Prof. Dr. Werner Müller-Esterl, Oberbürgermeisterin Petra Roth, Palmengarten-Chef Dr. Matthias Jenny, Eva Demski und Hans Homrighausen. (Foto: pv)
Die Stifterin kam vor zehn Jahren aus Leipzig nach Bad Vilbel, um dort ihren Lebensabend zu verbringen. Von der Quellenstadt aus hat sie sich in den Palmengarten verliebt und ihn regelmäßig besucht. Die Stiftung setzt darauf, dass die Gartenliebe und -begeisterung, die Eleonore Beiser ergriff, auch die Frankfurter Bürger/innen ansteckt. Die Gründung der »Stiftung Palmengarten und Botanischer Garten Frankfurt«, die Oberbürgermeisterin Petra Roth gestern während einer Pressekonferenz im Palmengarten ankündigte, verfolgt das Ziel, diese beiden grünen Oasen für nachfolgende Generationen zu erhalten.
Stadt und Land hätten bewiesen, dass die Öffentliche Hand willens und in der Lage sei, jährlich viel Geld in den Erhalt der beiden Gartenanlagen zu investieren. Die Grundausstattung sei garantiert, doch größere, insbesondere kulturell bedeutsame Projekte und Bildungsangebote im Palmengarten und im Botanischen Garten seien nur über die Stiftung und über Spendenaktionen durch die Bürgerschaft zu finanzieren, so Roth.
Die neue Stiftung spreche alle an, die der Lebensqualität in der Stadt verbunden seien. Sie wolle mehr Menschen begeistern, für Natur und Gartenkultur zu spenden und damit einen Beitrag zur Erhaltung und Steigerung dieser Lebensqualität zu leisten.
Auch der Ursprung des Palmengartens liegt in einer Bürgerinitiative. Nachdem das Herzogtum Nassau mit Wiesbaden durch die Preußen annektiert worden war, erwarben 1868 wohlhabende Frankfurter Bürger Aktien, um die zum Verkauf stehenden Baum- und Pflanzenbestände aus der Orangerie im Schloss Biebrich nach Frankfurt zu holen. Das Engagement der Bürgerschaft kam damals nicht aus einer Not heraus, sondern aus Freude am Leben und am Erleben der Natur. Das Palmenhaus ermöglichte einen Ausflug in südliche Regionen. Mittlerweile ist aus der Siesmayerschen Anlage ein über 20 Hektar großes Areal geworden, auf dem sich jährlich bis zu einer Million Menschen einfinden.
Der Botanische Garten, der noch in diesem Jahr institutionell mit dem Palmengarten verbunden werden soll, ergänzt laut Roth in idealer Weise die Sammlungen des Palmengartens. Während im Palmengarten Vegetationszonen der Tropen in Schauhäusern gezeigt werden, können die Besucher im Botanischen Garten die Vegetation der gemäßigten Zonen erleben. »Beide Gärten werden gemeinsam mit Universität und Senckenberg einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität und zur Weiterentwicklung der Botanik in Lehre und Forschung leisten«, sagte Roth. Sie gehörten mit über 15 000 kultivierten Pflanzenarten und -sorten weltweit zu den zehn größten Pflanzensammlungen.