Wenn die Rede auf die Stadt kommt, gerät der freundliche alte Herr fast ein wenig in Rage. Gemessen an der touristischen Attraktion seines Hauses beteilige sich die Kommune viel zu wenig an der Erhaltung des Gebäudes. »Da wird lieber in die Disney-Welt nachträglich rekonstruierter Häuser investiert.« Die Stadt vertritt dabei die Auffassung, wonach privater Besitz auch aus privaten Mitteln unterhalten werden müsse.
Um doch einmal in den Genuss städtischer Zuschüsse zu gelangen, bedurfte es 1963 schon des US-Präsidenten John F. Kennedy. Als der bei seinem Staatsbesuch in Deutschland im offenen Wagen direkt am »Haus Wertheym« vorbei kutschiert wurde, gab es in der Fernsehübertragung harsche Kritik am Zustand des Hauses. Die bloßgestellten Stadtväter ließen sich nicht lumpen und schickten alsbald die Handwerker mit Pinsel und Farbe vorbei. Matthias Gerhart, dpa