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Eine Frau für das Seelenheil der Feuerwehrleute

Artikel vom 31.12.2011 - 10.01 Uhr

Eine Frau für das Seelenheil der Feuerwehrleute

Frankfurt. Feuerwehrleute sind einiges gewohnt, aber manchmal belastet sie ein Einsatz über das normale Maß hinaus. »Wenn jemand zu Tode gekommen ist, der dem Vater ähnlich sieht oder ein Kind im selben Alter wie das eigene betroffen ist«, erklärt Pfarrerin Irene Derwein, einzige Feuerwehrseelsorgerin in Frankfurt.

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Irene Derwein, Pfarrerin und Leiterin der Notfallseelsorge des Diakonischen Werks in Frankfurt. (Foto: dapd)
Sie ist für 1500 Einsatzkräfte und ihre Angehörigen zuständig. Derwein betreibt die Feuerwehrseelsorge ehrenamtlich nebenbei. Hauptamtlich leitet sie mit je einer halben Stelle die Telefon- sowie die Notfallseelsorge des Diakonischen Werkes in der Mainmetropole. Teil der Notfallseelsorge ist auch die »Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen«. In diesem Bereich ist die Pfarrerin ebenfalls
aktiv.

»Die Mutter eines Feuerwehrmannes ist kürzlich gestorben, und er hatte viele Fragen: Was passiert nach dem Tod? Was ist eigentlich Glaube, wie kann er mir helfen?«, erzählt Derwein. Sie mache klassische Seelsorge für die Feuerwehrleute. Viele Anliegen hätten nicht unmittelbar mit deren Beruf zu tun. Feuerwehrleute kämen auch auf sie zu, wenn es Krisen in der Familie gebe oder sie keiner Gemeinde angehören, aber eine Trauung oder Taufe wünschten.

Anders läuft es nach schweren Einsätzen. Wenn dann Gesprächsbedarf besteht, greift die sogenannte »Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen«. In der Regel hätten Feuerwehrleute im Laufe ihres Berufslebens Verarbeitungsmechanismen entwickelt, erklärt die 53-jährige Seelsorgerin.

Aber manchmal komme es zu sogenannten Belastungsreaktionen, egal ob ein Einsatz erfolgreich verlaufen sei oder nicht. Diese könnten darin bestehen, dass nachts oder morgens Bilder vom Einsatz wieder hochkommen, man keinen Appetit mehr hat, sich nicht konzentrieren kann. Manche Feuerwehrleute könnten auch bestimmte Wege nicht mehr entlangfahren oder -gehen, mit denen unangenehme Szenarien verbunden seien.

»Gerade bei jungen Feuerwehrleuten, die noch nicht viele Einsätze hatten, kommt es außerdem häufig vor, dass sie sich irgendwo durch einen Geruch an den von verbrannten Leichen erinnert fühlen und sie das sehr beschäftigt«, berichtet Derwein, die die Feuerwehrseelsorge erst im
November übernommen hat. Wenn die tägliche Arbeit dadurch behindert oder eingeschränkt sei, könne ein Gespräch mit ihr helfen.



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Artikel vom 31.12.2011 - 10.01 Uhr
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