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Die Hebammen wollen nicht mehr

Artikel vom 14.08.2010 - 11.00 Uhr

Die Hebammen wollen nicht mehr

Läuft bei der Entbindung etwas schief, kann die Hebamme als Geburtshelferin in Regress genommen werden. In den meisten Fällen geht es dabei um Sauerstoffmangel bei der Geburt. Die Beiträge für die Versicherungen in der Geburtshilfe sind in den vergangenen Jahren exorbitant gestiegen, weil die einzelnen Schadensfälle deutlich teurer geworden sind. Die medizinische Versorgung von Pflegefällen ist in den vergangenen Jahren immer besser, aber auch kostenintensiver geworden. Zudem klagen die Krankenkassen immer häufiger. »Die Krankenkassen beschäftigen mittlerweile riesige Regressabteilungen und versuchen alles, was ihnen zu teuer ist, abzuwälzen«, sagt Patricia Gruber, Sachverständige im Hebammenwesen. Die Regresszeit ist mit 30 Jahren zudem sehr lang. »Die meisten Klagen wegen möglicher Geburtsfehler kommen innerhalb der ersten fünf Jahre. Aber wir hatte auch schon die Klage eines 29-Jährigen, dem plötzlich einfiel, dass sein steifer Arm auch von der Geburt herrühren könnte«, so Gruber. Hebammen sind dann in der Beweispflicht und müssen dokumentieren, dass sie bei der Entbindung keine Fehler gemacht haben. Der DHV fordert daher im Herbst einen Runden Tisch, bei dem auch eine Verkürzung der Regresszeit von 30 auf zehn Jahre zur Sprache kommen soll. An dem Runden Tisch sollen neben Vertretern aus dem Gesundheits- und Familienministerium auch die Versicherungswirtschaft und die Spitzenverbände der Krankenkassen teilnehmen. »Wir hoffen, dass die Länder im Bundesrat Druck machen, weil sie merken, dass ihnen die flächendeckende Versorgung wegbricht«, sagt DHV-Sprecherin Wolber.

Für Heilemann kämen eine höhere Entlohnung in der Geburtshilfe oder sinkende Versicherungsbeiträge wohl zu spät: »Es ist ein schöner Beruf, aber im Moment kann ich mir nicht vorstellen, nochmal in die Geburtshilfe zurückzukehren.«

Oliver Teutsch (ddp)



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