»Der Apfelwein kommt langsam aus seiner Nische heraus«, fand der Karbener Wolfgang Lazar, der gemeinsam mit dem Vilbeler Jürgen Pfeiffer den Apfel-Secco der eigenen Marke Pomolo präsentierte. Denn bislang sei »das Stöffche« auf Getränkekarten eher bei den alkoholfreien Getränken als bei den Qualitätsweinen zu finden gewesen. »Hier findet ein Aufbruch zu neuen Ufern statt«, konstatierte er. »Man besinnt sich auf die regionalen Spezialitäten und macht aus dem Apfel was Gutes«, gab ihm Ringwald recht.
Auch für »Antialkoholiker« gab es einen Stand. Die Obstkelterei »Van Nahmen« gab den Gästen Gelegenheit, sortenreine Apfel- und Obstsäfte zu verkosten. Dabei konnte man vom sanften, fast cremigen bis zu säurehaltigeren Apfelsäften am Stand kosten sowie Apfel-Holunderbeersaft, Apfel-Sauerkirsch, Birnen-, Pflaumen- oder Holundersaft, die in »Gourmetflaschen« sich auch mit guten Weinen messen können. An anderen Ständen lernte man aus und mit Äpfel gemachten Likör, Sherry oder eben Secco kennen. Als besondere Spezialität präsentierte die Senfgalerie ihren würzigen Apfelwein-Senf. Der gemeinnützige Verein »MainÄppelHaus Lohrberg Streuobstzentrum« sowie die Gießener Baumschule Rinn informierten über Pflege und Erhalt der Obstbäume.
Am Vorabend der Jahrgangsverkostung »Apfelwein im Römer« fand in Wiesbaden das erste »internationale Apfelweinmenu« des dortigen Sternerestaurants »Ente« von Michael Kammermeier statt, an dem viele Aussteller der Jahrgangsverkostung teilnahmen. Von besten Apfelweinen begleitet gab es ein Sechs-Gänge-Menu unter anderem mit »Dominosteinen von der Entenleber mit Jakobsmuschel, Lardo und Calvados«, »Curry vom Apfelschwein« oder Hirschrücken mit Apfel-Blutwurst, Kaiserschmarrn und Spitzkohl. Anspruchsvolle Küche gab es auch im Römer, unter anderem mit Speisen vom Bad Vilbeler »Dottenfelder Hof« oder von »Neidhardts Küche« aus Karben.
Cidre aus der Normandie
Zu den Ausstellern gehörte, wie im vergangenen Jahr, Eric Bordelet vom Château de Hauteville in der Normandie, der bereits 1992 begann, aus dem traditionell-rustikalen Cidre ein edles Getränk wie den »Sydre Argelette« zu produzieren, und der damit viele deutsche Erzeuger inspirierte.