Frankfurt (lhe). Nach einem tödlichen Verkehrsunfall an einem Zebrastreifen in Heddernheim versucht der mutmaßliche Unfallfahrer, vor Gericht einer bereits beschlossenen Haftstrafe zu entgehen. Der 58-Jährige soll im Oktober 2008 zwei Frauen in einer Tempo-30-Zone überfahren und dann die Flucht ergriffen zu haben.
Eine 70-Jährige starb, ihre Schwiegertochter wurde schwer verletzt. Das Amtsgericht hatte den Geschäftsmann im Dezember zu zwei Jahren Haft verurteilt - aber er bestreitet, bei der Todesfahrt am Steuer gesessen zu haben. Seit Donnerstag verhandelt das Landgericht über die Berufung; nach wie vor weist der Mann eine Schuld von sich und präsentiert ein neues Alibi.
Ein Bekannter könne seine Unschuld bezeugen, der Mann sei mit ihm zum Zeitpunkt des Unfall in einer Gaststätte gewesen, sagte der 58-Jährige aus. Im ersten Prozess vor dem Amtsgericht hatte der mutmaßliche Todesfahrer den Entlastungszeugen allerdings kaum erwähnt. Es hieß damals nur, das Auto sei an einen Bekannten namens »Peter« verliehen worden.
Der Zeuge machte am Donnerstag auf die Prozessbeteiligten keinen besonders glaubwürdigen Eindruck. Er verwickelte sich mehrfach in Widersprüche und musste sich häufig selbst verbessern. Für den Angeklagten geht es in dem Prozess um viel. Sechs Wochen vor der Trunkenheitsfahrt war ihm der Führerschein entzogen worden, sodass er ohne Fahrerlaubnis unterwegs war. Im ersten Verfahren hatte die Staatsanwaltschaft daher zwei Jahre und neun Monate Haft beantragt.
Die beiden angefahrenen Frauen waren um kurz vor 20 Uhr mit ihren Einkäufen auf dem Weg von einem Supermarkt zu der gegenüberliegenden U-Bahn-Haltestelle, als sie der Wagen auf dem Fußgängerüberweg anfuhr. Sie wurden mehr als zwölf Meter weit auf die Straße geschleudert. Der Fahrer hielt nicht an, sondern fuhr in Richtung Autobahn Oberursel-Offenbach (A661) weiter. An dem Zebrastreifen wurden allerdings Teile des beschädigten Autos gefunden. So wurde auch der Wagentyp ermittelt.