Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Kreis » Städte und Gemeinden » Florstadt »

Spielbetrieb der Fußballer doch nicht in Gefahr

Artikel vom 14.07.2010 - 12.00 Uhr

Spielbetrieb der Fußballer doch nicht in Gefahr

Florstadt (sl). Ende gut, (fast) alles gut. So könnte das Drama um die Flutlichtmasten auf städtischen Fußballplätzen, das die Gemüter der Kicker erhitzt hatte, überschrieben werden. Noch vor wenigen Wochen drohten Krisensitzungen, Platzsperrungen, Spielverlegungen. Und der Stadt immense Ausgaben. Denn beinahe hätten vier der fünf Florstädter Sportplätze neue Flutlichtanlagen benötigt; nur die Beleuchtungseinrichtungen in Nieder-Mockstadt hatten die Freigabe erhalten. Doch dann kam alles anders.
Blick ins Mast-Innere: Bei routinemäßigen Überprüfungen sind Bedenken aufgekommen und die Masten sofort umgelegt worden.
Lupe - Artikelbild vergrössern
Blick ins Mast-Innere: Bei routinemäßigen Überprüfungen sind Bedenken aufgekommen und die Masten sofort umgelegt worden.
Bei einer Routinekontrolle, die die Stadt im vierjährigen Rhythmus von einer Fachfirma vornehmen lässt, kam ein erschreckendes Ergebnis heraus. Das Tochter-Unternehmen des TÜV stellte fest, dass die Standfestigkeit der Flutlichtmasten auf vier von fünf Sportplätzen gefährdet sind. De facto könne die Standsicherheit von fast allen Flutlichtmasten (acht pro Platz) in Nieder-Florstadt, Staden, Leidhecken und Stammheim nicht mehr gewährleistet werden. Lediglich drei Masten dürften stehen bleiben. Das Unternehmen war mit einem Ultraschallverfahren, das die Materialdicke der Blechmasten ermittelt, zu dem verheerenden Urteil gekommen.

Vom Rathaus aus wurden umgehend die Vereinsvorsitzenden informiert. Gleichzeitig gingen Schreiben an die Platzverantwortlichen und den Kreisfußballwart heraus, denn die Sperrung der Fußballfelder hätte auch Konsequenzen für den Spielbetrieb gehabt. Eingeladen zu der Krisensitzung wurden auch Vertreter des SC Nieder-Mockstadt, auch wenn dessen Flutlichtanlage als einzige als unbedenklich eingestuft wurde.

2000 hatte man im Rathaus damit begonnen, die Masten eigenständig und regelmäßig überprüfen zu lassen, »weil wir im Versicherungsfall in der Pflicht sind«, erklärt Bürgermeister Unger. Weitere Überprüfungen folgten 2002 und 2006. Dabei festgestellte Mängel seien umgehend beseitigt worden, immer mal wieder hätten auch damals einzelne Masten ersetzt werden müssen. »Wir haben ein Sanierungsprogramm aufgelegt, Haushaltsmittel gebunden und beispielsweise Masten von Flugrost befreit und mit einem neuen Anstrich versehen, Reflektoren gereinigt und Leuchtmittel getauscht«, erläutert Unger. In Stammheim wurden nach dem Check vor vier Jahren die Betonfundamente erhöht, um eine bessere Standsicherheit der Masten gewährleisten zu können. Denn im Übergang ins Erdreich sind die Blechmasten am empfindlichsten.

Umso geschockter reagierte man im Rathaus auf die Nachricht, dass alles für die Katz gewesen sein soll. »Trotz der regelmäßigen Überprüfungen sollten wir ein so schlechtes Ergebnis quittieren? Das machte uns stutzig«, erzählt Unger zu. Ein zweites Gutachten musste her.

Man entschied sich für eine andere Fachfirma, die mit dem zweiten anerkannten Messverfahren die Standfestigkeit der Masten überprüft: mit der Druckmessung. Dabei wird mit einem Spezialgerät an verschiedenen Höhenpunkten der Masten ein seitlicher Druck ausgeübt. Das Ergebnis verblüffte: Nicht 29 der 32 Masten seien gefährdet, sondern nur sieben. Ein Mast in Nieder-Florstadt, zwei Masten in Leidhecken, wobei hier der Urin von gassigehenden Hunden mitverantwortlich gemacht wird, sowie vier in Staden, die sich alle auf der Seite des Vereinsheims befinden. Diese Masten wurden inzwischen aus ihrer Verankerung gelöst und umgelegt.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 14.07.2010 - 12.00 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang