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So fühlt sich Michel in der Suppenschüssel

Artikel vom 25.01.2012 - 13.35 Uhr

So fühlt sich Michel in der Suppenschüssel

Florstadt-Stammheim (sl). Zum zehnten Todestag von Astrid Lindgren ist im Bürgerhaus bei einer zweitägigen Veranstaltung der schwedischen Autorin gedacht worden.

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Bei der Eröffnung der »Ausstellung kunterbunt« (v. l.): Bürgermeister Herbert Unger, Kita-Leiterin Gabi Freitag sowie Peter Herget und Mario Kroll vom Kita-Förderverein mit Anja Löffel, einigen Pippis und einem »kleinen Onkel«. (Foto: Lutz)
»Ausstellung kunterbunt« war das Spektakel von Mediathek, Kita Sonnenschein samt Förderverein sowie Grundschule überschrieben. Anja Löffel hat die Ausstellung mit ungezählten Exponaten auf die Beine gestellt.

Die Tische waren nach Themen sortiert. Darauf fanden sich die Stars aus Lindgrens Kinderbüchern wieder: Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Karlson vom Dach, die Kinder aus Bullerbü und Lotta. Daneben gab es viele Informationen zur Person Astrid Lindgrens, die 94 Jahre alt geworden ist. Sie hatte ihrer Tochter immer Geschichten eines kleinen Mädchens erzählt, das sie Pippi Langstrumpf nannte. Später, als sie wegen eines Gipsfußes das Bett hüten musste, schrieb sie diese Geschichten nieder. Übersetzt wurden ihre Bücher in 70 Sprachen. In Deutschland wurde Lindgren besonders verehrt: Über 90 Schulen tragen hierzulande ihren Namen, in ihrer Heimat Schweden nur eine einzige. In Deutschland war es auch, wo Lindgren den Friedenspreis des Buchhandels erhielt, weil sie stets den Grundsatz »Niemals Gewalt gegenüber Kindern« einforderte.

Bürgermeister Herbert Unger nutzte seine Begrüßung, um den Initiatorinnen der gelungenen Ausstellung zu danken: Anja Löffel aus Nieder-Florstadt und Mediathek-Leiterin Stephanie Bollinger. Dem Lob schlossen sich Peter Herget und Mario Kroll vom Förderverein der Kindertagesstätte Sonnenschein an. Mit Liedvorträgen bereicherten die Grundschüler und Kita-Kinder die Eröffnung, ehe alle gemeinsam das wohl berühmteste Kinderlied aus den Lindgren-Verfilmungen anstimmten: »Zweimal drei macht vier, widdewiddewitt und drei macht neune«.

Sowohl Kindergarten- als auch Grundschulkinder hatten sich in den vergangenen Wochen ausgiebig mit Astrid Lindgren beschäftigt. So war in der Kita aus Pappe ein »Kleiner Onkel« gebastelt worden, den die Kinder nach Pippi-Manier über den Kopf hielten und so fotografiert wurden. Die Grundschüler glänzten mit beweglichen, bunt angemalten Pippi-Figuren. Wer wollte, konnte nachempfinden, wie sich Michel mit dem Kopf in der (Pappmaschee-)Suppenschüssel gefühlt haben muss. Andere legten sich ins Pippi-Langstrumpf-Bett, um sie wie ihre kleine Heldin zu fühlen. Fragte man bei den Kindern nach, was ihnen jetzt noch fehlen würde, gab es nur zwei Vorschläge: der Limonadenbaum aus dem Villa-Kunterbunt-Garten und die Holzmännchen, die Michel nach seinen Streichen immer im Schuppen schnitzte.

Anja Löffels große Liebe für Astrid Lindgren und ihre Buchfiguren erwuchs in ihrer eigenen Kindheit, als sei Buch um Buch verschlang. Vor zwölf Jahren war sie mit Mann und ältester Tochter in Schweden auf den Spuren Lindgrens unterwegs. Sie fanden ihren Heimatort und ihr Elternhaus und besuchten einen Freizeitpark, in dem sich alles rund um die Figuren aus den Kinderbüchern drehte. Die Häuser aus Bullerbü dort sind in kindgerechter Größe nachgebaut, und die Szenen, die die Schauspieler auf Schwedisch vorspielten, konnte Familie Löffel trotzdem nachvollziehen, weil sie die Geschichten bereits kannte. »Wir waren bestens vorbereitet – die Hörspielkassetten liefen die gesamte Autofahrt hoch und runter«, erzählte die Grundschullehrerin, die die Lindgren-Bücher auch im Unterricht mit ihren Zweit- und Drittklässlern einfließen lässt.

Am Samstag und Sonntag steckte sie mit ihrer Leidenschaft viele Besucher im Stammheimer Bürgerhaus an. Außerdem gab es an beiden Tagen Bilderbuchkinos für Kinder und nachmittags zusätzlich Lesungen für Erwachsene.

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Artikel vom 25.01.2012 - 13.35 Uhr
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